Wer macht Kulturerbe?

Im Rahmen des Europäischen Kulturerbejahres 2018 findet zu dieser Frage eine Podiumsdiskussion am 23. Mai 2018, um 18.00 Uhr im Nicolaihaus, Brüderstraße 13, statt.

Auf Einladung des Vereins für die Geschichte Berlins e. V. diskutieren der Kultursenator Dr. Klaus Lederer, der Vorsitzende des VdA-Landesverbands Berlin und Leiter des Archivs Film- und Medienkunst der Akademie der Künste Dr. Torsten Musial, der Direktor des Stadtmuseums Paul Spies, der Direktor des Museums für Vor- und Frühgeschichte und Berliner Landesarchäologe Prof. Dr. Matthias Wemhoff, Prof. Dr. Susanne Kähler (HTW Berlin), Prof. Dr. Ingrid Scheuermann (TU Dortmund) und Dr. Manfred Uhlitz, Vorsitzender des Vereins für die Geschichte Berlins.

Einladung

Alltag in Berliner One-Person-Libraries

Manchmal lohnt auch ein Blick über die engen Archivgrenzen hinweg. Dabei zeigen sich ähnliche Probleme, wie es sie in Archiven gibt, die nur mit einer Fachkraft besetzt sind, auch in Bibliotheken, die nur von einer Person geführt werden. Einige von ihnen haben sich vor 20 Jahren zu einem Arbeitskreis der One-Person Libraries von Berlin/Brandenburg zusammengefunden.In einem „kollektiven Tagebuch“ berichten Berliner One-Person Libraries über ihren Alltag. Hier geht es zu diesem Tagebuch.

Kultursenator zu Besuch im Landesarchiv

Für Klaus Lederer war das vielleicht der „Antrittsbesuch“ im Landesarchiv. In diesen zwei Stunden ging es in einem „straffen Besuchsprogramm“ unter anderem um die geplante Beteiligung des Landesarchivs am Länderübergreifenden „Digitalen Archiv Nord„, die Digitalisierung der Filmbestände der ehemaligen Landesbildstelle Berlin u. v. a.

http://landesarchiv-berlin.de/senator-fuer-kultur-und-europa-zu-besuch-im-landesarchiv-berlin

Tag der Archive in Berlin Nr. 4: Stasi-Unterlagen-Archiv

Foto: BStU

Die Verfassung der DDR garantierte zwar die Bürgerrechte, die Realität sah jedoch anders aus. Jahrzehntelang griff das Ministerium für Staatssicherheit im Auftrag der SED massiv in die Rechte der DDR-Bürgerinnen und Bürger ein oder setzte sie ganz außer Kraft. Unter dem bundesweiten Motto „Demokratie und Bürgerrechte“ trug das Stasi-Unterlagen-Archiv daher am Tag der Archive dem besonderen Wert der Überlieferung der DDR-Geheimpolizei Rechnung.
Seit der Öffnung der Akten der DDR-Geheimpolizei 1990 hilft das Stasi-Unterlagen-Archiv bei der Aufklärung über das begangene Unrecht. In der „Stasi-Zentrale. Campus für Demokratie“ am Standort Berlin besuchten circa 250 interessierte Besucherinnen und Besucher das vielseitige Angebot. Von den insgesamt 13 angebotenen Führungen galten Karteisaal, Magazin und Restaurierungswerkstatt das größte Interesse. Hier wurde z. B. die klassische Restaurierung von zerrissenen Karteikarten mittels Japanpapier illustriert und die Reinigung von mit Schimmel kontaminierten Dokumenten erläutert. Tag der Archive in Berlin Nr. 4: Stasi-Unterlagen-Archiv weiterlesen

Tag der Archive 2018 in Berlin – Presseberichte

Für den diesjährigen Tag der Archive ist es erfreulicherweise gelungen, mehrere Zeitungen für Vor- und Hintergrundberichte zu interessieren. Das hat sicher auch zu der guten Publikumsresonanz beigetragen. Leider wurde aber in mehreren Artikeln nur auf einzelne Archive und deren Veranstaltungen hingewiesen und nicht gezeigt, dass in ganz Berlin Archive geöffnet hatten. Hier sind einige Artikel zum Nachlesen verlinkt:

– Berliner Woche Wie John Rabe entnazifiziert wurde: Demokratie ist Archiv-Thema
– Berliner Woche Geheimes Staatsarchiv öffnet seine Türen
– Berliner Woche Das Geheime Staatsarchiv lädt ein zu Entdeckungsreisen
– Berliner Zeitung In der Stasi-Zentrale wird an DDR-Gegner erinnert
– Berliner Kurier Das Gedächtnis der Anderen
– Tagesspiegel Im Einsatz gegen das Vergessen
– Berliner Zeitung  Die Chance, längst vergessene Vorfahren zu finden
– Berliner Woche Offenes kollektives Gedächtnis: Führungen am Tag der Archive
– Berliner Kurier Spurensuche im Archiv: Was Sie schon immer über Ur-Opa wissen wollten
– Berliner Woche Von der Munition zu den Kochtöpfen: Ausstellung über Industriegelände

Tag der Archive 2018 in Berlin Nr. 3: Landesarchiv

Werkstatt der Bundessicherungsverfilmung
Foto: Thomas Platow

Rund 450 Besucherinnen und Besucher folgten am 3. März 2018 der Einladung, das Angebot des Landesarchivs und seiner beiden Kooperationspartner, der Deutschen Dienststelle für die Benachrichtigung der nächsten Angehörigen von Gefallenen der ehemaligen deutschen Wehrmacht (WASt) und des Berlin-Brandenburgischen Wirtschaftsarchivs (BBWA)  zu entdecken.
Unter dem Motto des 9. bundesweiten Tags der Archive „Demokratie und Bürgerrechte“ konnten viele Bürgerinnen und Bürger an Führungen teilnehmen, ausgewähltes Archiv- und Sammlungsgut ansehen oder Vorträge hören. Von den Barrikadenkämpfen im März 1848, den Studentenunruhen und gesellschaftspolitischen Debatten der Jahre um 1968 sowie über die juristisch erfolgreich angefochtene Volkszählung von 1983 bis hin zur friedlichen Revolution von 1989/1990 war für jeden Interessierten etwas dabei.
Zu den beliebtesten Programmpunkten gehörten Magazinführungen und die Einführung in die Überlieferung der Berliner Standesämter. Die Rundgänge unseres Partners Berlin-Brandenburgisches Wirtschaftsarchiv über das Gelände der ehemaligen Deutschen Waffen- und Munitionsfabriken sprachen insbesondere Menschen aus dem Bezirk Reinickendorf an.
Die Vortragsreihe mit Beiträgen von Dr. Michael Bienert (Stiftung Ernst-Reuter-Archiv) über die USA-Reisen der Berliner Stadtverwaltung oder von Björn Berghausen (BBWA) über Wirtschaftsarchive und Gesellschaft war ebenfalls gut besucht. Dr. Regina Rousavy führte in Ihrem Überblick die Zuhörerschaft auf die Spuren Archivalischer Quellen des Kampfes um Demokratie im Landesarchiv. Auch unsere Dienstbibliothek, mit Raritäten aus dem Bereich der „Grauen Literatur“ und die Kartensammlung konnte gesteigertes Interesse verbuchen. Oder man informierte sich über die Werkstatt der Bundessicherungsverfilmung – inklusive Blick auf ein Faksimile des Grundgesetzes.

Rundgang über das ehemalige DWM-Gelände
Foto: Thomas Platow

Und schließlich wurden Berlinfilme gezeigt, Auftragsarbeiten der ehemaligen Landesbildstelle wie „Insel der Hoffnung“ über die Situation der Flüchtlinge aus dem Jahr 1953 oder Ausschnitte aus der Rede des US-amerikanischen Präsidenten John F. Kennedy während seines Berlin-Besuchs 1963.

Bianca Welzing-Bräutigam

Tag der Archive 2018 in Berlin Nr. 2: Geheimes Staatsarchiv PK

Foto: GStA PK/Vinia Rutkowski

Das Geheime Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz in Berlin-Dahlem beteiligte sich am 3. März 2018 mit Erfolg an der bundesweiten Aktion TAG DER ARCHIVE. 313 interessierte Besucherinnen und Besucher nutzten die angebotenen Veranstaltungen und lernten einzelne Aufgabenbereiche des Archivs und seine neueste Buchpräsentation kennen. Insbesondere die halbstündlich angebotenen Archivführungen sowie die drei Bibliotheksführungen fanden reges Interesse.

Foto: GStA PK/Vinia Rutkowski

Großen Anklang verzeichneten zudem die ständigen Anlaufstationen, an denen sich Besucherinnen und Besucher über die Kulturelle Bildungsarbeit inklusive Archivkoffer, die Einführung in die Recherche, die Digitalisierung sowie über die Restaurierung von Archivalien informieren konnten. Ebenso wurde die Präsentation der Wappendarstellungen des HEROLD, Verein für Heraldik, Genealogie und verwandte Wissenschaften, angenommen, der an diesem Tag im GStA zu Gast  war.  Schlussendlich begeisterte das Mitmachprogramm für Kinder jeden Alters auch das junge Publikum. Die Ergebnisse der Meinungsumfrage unter den Besucherinnen und Besuchern werden bei den Planungen des nächsten TAGES DER ARCHIVE mit einfließen.

Constanze Krause

Tag der Archive 2018 in Berlin Nr. 1: Katholische Militärseelsorge

Foto: Michael Fischer

Das am Spreeufer in Berlin-Mitte gelegene Archiv des Katholischen Militärbischofs beteiligte sich zum dritten Mal am Tag der Archive. Neben Führungen durch das Archiv und die Dauerausstellung zur Geschichte der Militärseelsorge wurden zwei historische Filmdokumente präsentiert. Unter dem Titel „Pfarrer im Heere Hitlers“ kamen ehemalige katholische und evangelische Kriegspfarrer zu Wort, die in den 1980er Jahren über ihre Zeit in der Wehrmacht Interviews gegeben hatten. Der Film „Stacheldrahtseminar“ zeigte Originalaufnahmen von 1946/47 aus dem Kriegsgefangenenlager Chartres, in dem kriegsgefangene Priesteramtsanwärter unter der Leitung des Regens Franz Stock eine theologische Ausbildung erhielten.

Foto: Michael Fischer

Ausgewählte Dokumente wie ein Sterberegister aus dem Berliner Invalidenhaus, das Tagebuch eines Feldseelsorgers aus dem Ersten Weltkrieg oder die Personalakte des Feldgeneralvikars der Wehrmacht Georg Werthmann vermittelten einen Einblick in die Geschichte der Militärseelsorge und in die Arbeitsweise des Archivs. Die in überschaubarer Zahl erschienenen, dafür aber ausgesprochen interessierten Besucher zeigten sich sehr aufgeschlossen für das Archiv wie auch für das spezielle Thema „Militärseelsorge“, welches für die allermeisten bis dato ein gänzlich unbeschriebenes Blatt war.

Markus Seemann