Zu zweit am Kreuzweg

So lautet der Titel einer Veranstaltung des Geheimen Staatsarchivs zum Evangelischen Kirchentag, die am 26.05.2017, um 13.00 Uhr im Schloss Köpenick stattfindet. Dabei werden der ehemalige Ratsvorsitzende der EKD, Nikolaus Schneider und der Direktor des GStA, Jürgen Kloosterhuis, die aktuelle Ausstellung „Kreuzwege. Die Hohenzollern und die Konfessionen 1517-1740“ besuchen und über zentrale Aspekte der Konfessionsgeschichte Brandenburg-Preußens diskutieren. Anmeldungen sind noch bis heute möglich. Weitere Infos.

Internationale Arbeitstagung der Literaturarchive und Nachlassinstitutionen in Berlin

Vom 20. bis 22. Juni 2017 findet in der Staatsbibliothek zu Berlin die 3. Internationale Arbeitstagung der Literaturarchive und Nachlassinstitutionen statt. Veranstaltet wird die Konferenz von KOOP-LITERA international, einem Netzwerk von deutschen, luxemburgischen, österreichischen und schweizerischen Institutionen, die Nachlässe und Autographen bewahren und der Öffentlichkeit zugänglich machen.

Unter dem Titel „Nachlass digital. Zur Arbeit mit einem Kernbestand des kulturellen Erbes“ werden sich über 20 Referentinnen und Referenten mit der Veränderung der Forschung durch die Digitalisierung beschäftigen und der Frage nachgehen, was die Digitalisierung für Erwerb, Erschließung und Vermittlung von Nachlässen bedeutet. Das Programm der Tagung findet sich hier. Die Anmeldung ist bis zum 12. Juni 2017 unter dieser Adresse möglich.

KOOP-LITERA existiert seit 2009/10 und fördert als ein länderübergreifendes Netzwerk von Bibliotheken, Archiven, Museen und vergleichbaren Einrichtungen den fachlichen Austausch über die Arbeit mit Nachlässen, Verlagsarchiven und Autographensammlungen. Es hat sich den Austausch von Erfahrungen bei der Bearbeitung und Präsentation von Nachlässen unter Berücksichtigung nationaler und internationaler Standards zur Aufgabe gestellt. Auch wenn das Netzwerk wesentlich von Literaturarchiven und Bibliotheken mit großen Handschriftensammlungen geprägt ist, versucht es doch, alle in der Nachlassbearbeitung involvierten Institutionen wie Archive, Bibliotheken und Museeen mit ihren unterschiedlichen Arbeitsweisen zusammenzubringen. Wichtige Mittel dafür sind eine gemeinsame Internet-Plattform und die Organisation regelmäßiger Tagungen.

Fotos aus Studierendenakten in der Kunsthochschule Weißensee ausgestellt

Im Foyer der Kunsthochschule Weißensee sind derzeit in einer kunstvollen Installation 4.000 Portraitfotos von Studentinnen und Studenten zu sehen, die sich zwischen 1946 und 2001 an der Hochschule immatrikuliert hatten. Die Fotos stammen aus den Akten, die bei Studienbeginn angelegt wurden. Entstanden ist das Projekt aus der Arbeitsgruppe »weißensee Archive«, die seit 2015 die Geschichte der Hochschule erforscht und u. a. mit der Digitalisierung der Studierendenkartei begonnen hat. Ergänzt wird die fotografische Installation von Jürgen Neugebauer und Peter Müller durch Texte und Botschaften des Lehrpersonals, die ebenfalls aus den Akten stammen. Ein Bericht findet sich hier.

Beginner – Aktenlage Weißensee
21. April bis 2. Juni 2017,
Foyer der weißensee kunsthochschule berlin, Bühringstraße 20, 13086 Berlin
Mo-Fr 8 – 20 Uhr,  Eintritt frei.

Nächstes Treffen des Gesprächskreises Nachlässe und Autographen

Das nächste Treffen des Gesprächskreises Nachlässe und Autographen findet am 29. Mai 2017 um 14.00 Uhr in der Staatsbibliothek zu Berlin, Haus Potsdamer Str. 33, Konferenzraum K 2, statt. Treffpunkt für alle Interessierten ist die Eingangshalle (I-Punkt), von wo aus sie abgeholt werden. Bei dem Treffen soll über Erschließung, Normdaten und digitale Vernetzung diskutiert werden.

Als die Räder laufen lernten – 200 Jahre Zweirad

Am 12. Juni 1817 fuhr Karl Freiherr von Drais erstmals mit der von ihm erfundenen Laufmaschine von seinem Haus in Mannheim zum etwa 7 km entfernten Schwetzinger Relaishaus. Für Hin- und Rückfahrt benötigte er nur eine knappe Stunde und erreichte damit bereits die bemerkenswerte Durchschnittsgeschwindigkeit von etwa 15 km/h.  Der Vorläufer des heutigen Fahrrads hatte noch keine Pedale. Um vorwärts zu kommen,  musste sich Drais abwechselnd mit den Füßen vom Boden abstoßen. Gestell, Lenker und Reifen waren aus Holz gefertigt und wogen zusammen etwa 22 kg.

Anläßlich des 200. Jahrestags dieses bedeutenden Ereignisses will die „Berliner Archiv-rundschau“ in ihrer nächsten Ausgabe auf die Geschichte des Fahrrads mittels passender Fundstücke aus Berliner Archiven schauen. Wer also in seinem Archiv über entsprechende Dokumente verfügt, ist herzlich aufgerufen, diese an die Redaktion der „Berliner Archiv-rundschau“ zu senden. Schön wäre eine beigefügte Erklärung, noch besser eine kleine erklärende Geschichte. Redaktionsschluss ist der 31. Mai 2017. Adresse der Redaktion: lv-berlin@vda.archiv.net.

Die neue Direktorin des GStA Ulrike Höroldt bereitet ihren Umzug vor

Ulrike Höroldt, derzeit noch Leiterin des Landesarchivs Sachsen-Anhalt in Magdeburg,  bereitet gerade ihren Umzug vor. Wie bereits gepostet, wird sie im Juli als erste Frau in dieser Position die neue Direktorin des Geheimen Staatsarchivs Preußischer Kulturbesitz in Berlin, in Nachfolge von Jürgen Kloosterhuis, der in den Ruhestand geht. 15 Jahre lang hat sie das Magdeburger Archiv geleitet und es in dieser Zeit in ein neues modernes Domizil geführt, wovon sich viele Teilnehmer des Deutschen Archivtages 2014 bei einer Besichtigung persönlich überzeugen konnten. Bereits Ende Januar 2017 hatte sich Ulrike Höroldt zu ihren Plänen für das GStA geäußert, während sie von der Magdeburger Zeitung „Volksstimme“ gerade noch einmal porträtiert wird.

Jugendliche recherchieren zur Verfolgung Homosexueller im Nationalsozialismus

Ein interessantes Projekt zur Archivarbeit mit Jugendlichen veranstaltet derzeit das Jugendmuseum in Berlin-Schöneberg. Schüler aus Berlin und Tel Aviv forschen gemeinsam zur Verfolgung Homosexueller im Nationalsozialismus. „Alle zusammen und niemand vergessen“ lautete die Projektwoche, die Ende März im Jugendmuseum durchgeführt wurde. Dort und bei einem Gegenbesuch im Juli in Tel Aviv-Jaffa forschen Schüler des Robert-Blum-Gymnasiums und der Alterman Tichonet School in Archiven, besuchen Gedenkorte und befragen Zeitzeugen. Ebenso beschäftigen sie sich mit den Formen des öffentlichen Erinnerns an diese Verfolgung und setzen sich mit der aktuellen Situation von Flüchtlingen auseinander, die wegen ihrer sexuellen Orientierung in ihrem Herkunftsland verfolgt wurden. Mehr über das Projekt kann man der Pressemitteilung entnehmen.

Berliner Datenschutzbeauftragte rügt Krankenhäuser wegen der Auslagerung von Archivdienstleistungen

DatenschutzDie Berliner Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit Maja Smoltczyk hat am 7. April 2017 ihren Tätigkeitsbericht für das Jahr 2016 vorgestellt. Darin stellt sie u. a. fest, dass durch die gegenwärtige Praxis der Krankenhäuser,  Archivdienstleistungen auszulagern, insbesondere Digitalisierung und Archivierung von Patientenakten, geltende Gesetzte verletzt werden.
Viele Kliniken haben in der jüngsten Vergangenheit Tochtergesellschaften gegründet, um Dienstleistungen auszulagern. Zuletzt zählten dazu auch die Digitalisierung und Archivierung von Patientenakten. Dabei werden schutzwürdige und sensible Patientendaten an Dritte übermittelt, die keiner ärztlichen Schweigepflicht unterliegen. Dadurch sind diese Daten nicht mehr geschützt.

Eine Auslagerung von Dienstleistungen durch ein Krankenhaus sei jedoch nur in sehr engen Grenzen zulässig, um dem Schutzbedarf der anvertrauten sensitiven Patientendaten Rechnung zu tragen. Nur eine neue gesetzliche Regelung könne „gewährleisten, dass die Kenntnisnahme von Berufsgeheimnissen auf das unbedingt Erforderliche beschränkt wird und die Dienstleister ebenfalls der Schweigepflicht unterworfen werden. Auch muss durch Weisungsrechte der Berufsgeheimnisträger deren Verantwortlichkeit für die Berufsgeheimnisse gewahrt werden.“

Verschollene Unabhängigkeitserklärung Litauens in Berlin gefunden

Die Unabhängigkeitserklärung Litauens vom 16. Februar 1918 ist im Politischen Archiv des Auswärtigen Amtes entdeckt worden. Seit der sowjetischen Besatzung des Landes 1940 galt das Dokument als verschollen. Wie die FAZ schreibt, hat der litauische Historiker Liudas Mazylis nun eine  handschriftliche Ausfertigung der Erklärung in deutscher und litauischer Sprache gefunden. Der Litauische Rat, das Führungsgremium der Unabhängigkeitsbewegung, hatte das Dokument im Februar 1918 den Vertretern des Deutschen Kaiserreichs übergeben, das am Ende des Ersten Weltkriegs in Litauen Besatzungsmacht war. Ein weiteres Exemplar soll nach Russland gegangen sein. Über dessen Verbleib ist nichts bekannt.

In Litauen löste der Fund eine große Begeisterung aus, insbesondere, da im nächsten Jahr, am 16. Februar 2018, der hundertste Jahrestag der Unabhängigkeitserklärung gefeiert wird.

Das Zimmermann-Telegramm im Politischen Archiv des Auswärtigen Amts

2017 kehrt zum 100. Mal eine der zahlreichen bizarren Episoden des Ersten Weltkriegs wieder: Das sogenannte Zimmermann-Telegramm – Deutschlands Bündnisangebot an Mexiko für einen Krieg gegen die USA. Das Stück ist ein dankbares Demonstrationsobjekt für eine aktenkundliche Analyse und hat eine interessante Überlieferungsgeschichte.

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