Fachforum am 13. Juni 2024 im Bundesarchiv: Digitalisierung und Zugänglichmachung

Foyer des Bundesarchivs.
Foto: Bundesarchiv / Christian Körner

Am 13. Juni 2024 veranstaltet die Fachgruppe 7 im VdA im Bundesarchiv in Berlin von 9 bis 16 Uhr ein für alle offenes Fachforum. Damit soll der Austausch und die Diskussion über aktuelle Themen angeregt werden. Diesmal geht es um Digitalisierung und Zugänglichmachung von Archivgut: Wie können Erschließungsdaten möglichst einfach und kundenorientiert zugänglich gemacht werden? Wie kann man diese, statt sie isoliert anzubieten, miteinander vernetzen? Wie können sich aber auch Archive untereinander vernetzen und welche Formate, Kanäle und Plattformen sind dafür prädestiniert? Hier geht es zum Programm.
Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos, eine Anmeldung erwünscht.

Aufruf für das Newcomer-Forum

Ihr seid Newcomer im Archiv, Studierende oder Auszubildende? Dann seid Ihr herzlich eingeladen, Eure aktuellen Arbeiten, Studien oder Projekte in einer kurzen Präsentation von 5-10 Minuten einem interessierten Fachpublikum vorzustellen.
Bei Interesse bitte eine kurze E-Mail senden an: archivfilmundmedienkunst@adk.de.

Urschrift des Grundgesetzes, aufgeschlagen auf der Seite der Unterschriften, gehalten in Händen mit weißen Handschuhen

Urschrift des Grundgesetzes wird beim “Fest der Demokratie” ausgestellt

Beim Fest der Demokratie vom 24. bis 26. Mai 2024 kann die Urschrift des Grundgesetzes im Reichstagsgebäude besichtigt werden. Bislang wurde sie der Öffentlichkeit nur im Jahre 1969 anlässlich des 20jährigen Bestehens der Bundesrepublik Deutschland präsentiert.

© Bild DBT/Inga Haar

Neue Quellen-Reihe des Bundesarchivs

Das Bundesarchiv hat eine neue Reihe mit Quellensammlungen gestartet. Die erste Ausgabe der Reihe „Im Fokus“ widmet sich der Unterdrückung und dem Widerstand in den deutschen Kolonien. Das Bundesarchiv präsentiert eine Auswahl von Dokumenten (Schriftstücke, geografische Karten und zahlreiche Fotos), die dazu einlädt, sich selbst ein Bild dieser Zeit und ihrer Machtstrukturen zu verschaffen. Die meisten der Unterlagen stammen aus dem Bestand R 1001 Reichskolonialamt. Das Heft thematisiert die Widerstandsbestrebungen in drei ehemaligen deutschen Kolonien: Deutsch-Südwestafrika (das heutige Namibia), Ponape (Inselgruppe im Pazifik) und Kamerun. Ergänzt werden die historischen Dokumente durch Infokästen und Online-Links zu geschichtlichen Hintergründen sowie zur Arbeitsweise des Bundesarchivs.
Die Heft können als PDF heruntergeladen oder als gedruckte Exemplare kostenlos bestellt werden.
Im Juni erscheint die zweite Ausgabe der Reihe „Im Fokus“ zum Thema „Spiel der Systeme“ – Die Fußball-WM 1974 in Deutschland.

Urschrift des Grundgesetzes erstmals im Fernsehen

In einer Dokumentation der ARD “Wie gut ist unser Grundgesetz?” schauen Sandra Maischberger und Frank Bräutigam gemeinsam mit der Bundestagspräsidenten Bärbel Bas in die Urschrift des Grundgesetzes. Die Urschrift befindet sich im Parlamentsarchiv des Bundestages.

Die Dokumentation wird am 13. Mai um 20.15 Uhr in der ARD gesendet.

Studie zur Lage der Berliner Archive mit SBZ/DDR-Beständen übergeben

Frank Ebert, Berliner Beauftragter zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, hat die zweite Teilstudie des Sachstandsberichts zur Aufarbeitung der SED-Diktatur an die Präsidentin des Abgeordnetenhauses, den Regierenden Bürgermeister und den Kultursenator übergeben. “Es handelt sich um die erste große Untersuchung zur Archivierung und Dokumentation von Beständen mit SBZ/DDR-Provenienz im Land Berlin”, wie es in einer Pressemitteilung vom 18.04.2024 heißt.

Laut Ebert werde eine Förderoffensive für archivfachliche Erschließungsprojekte mit Schwerpunkt auf SBZ/DDR-Beständen empfohlen, “damit auch dieses Archivgut endlich für die Forschung und Rehabilitierung genutzt werden kann. Handlungsbedarf gibt es auch bei der Digitalisierung…Aktuell fehlt es der überwiegenden Zahl der Archive an technischer Ausrüstung, personellen Kapazitäten oder aber finanziellen Mitteln, um die Archivalien zu digitalisieren.”

Link zu den Ergebnissen der Studie.

Umfrage zum Material „Heißsiegelpapier“

Ein von Edith Reinhardt 1970[1] zum Patent angemeldetes „Verfahren zur Papierkonservierung“ wurde bei Archivbeständen in der DDR eingesetzt. Voraussetzung dafür war die Einführung eines Produktionsprozesses, wie er von Reinhardt begleitet oder federführend gestaltet wurde. Unter konservatorischen Gesichtspunkten bleibt interessant, wie sich das gealterte Material verhält sowie in welchem Umfang und wo es in Archivbeständen zu finden ist. Aus diesem Grund möchte ich eine kurze Umfrage durchführen und bitte um Antwort auf folgende Fragen:

Ist der Einsatz des Materials an ihrem Bestand bekannt? Wenn ja, in welchem Zeitraum und an welchen Beständen kam das Material zum Einsatz?
Wie erfolgte der Bezug und die Verarbeitung des Materials – so bekannt und dokumentiert?
Wie verhält sich das Material im gealterten Zustand – ergeben sich konservatorische Fragestellungen, wie zur Stabilität oder zu endogen Schäden?
Stellen sich Fragen der Reversibilität?
Können die mit Heißsiegelpapier bearbeiteten Bestände ohne Einschränkung in die Benutzung oder Digitalisierung gegeben werden?

Grundsätzlich verbindet sich mit der Umfrage der Wunsch nach Erfahrungsaustausch zum Verfahren und dem Material Heißsiegelpapier. Jede Information ist deshalb willkommen!
Rückmeldungen bitte an: sabine.protze@bundesarchiv.de.

1 Patentschrift (Wirtschaftspatent) der DDR 83 723, Anmeldetag: 10. IV. 1970, Erfinder zugleich Inhaber: Edith Reinhardt. https://depatisnet.dpma.de/DepatisNet/depatisnet?action=pdf&docid=DD000000083723A1&xxxfull=1 (aufgerufen am 14.09.2023)

Ausstellung „Charterflug in die Vergangenheit“

Am 10. April 2024 um 10 Uhr wird in das Landesarchiv Berlin die Ausstellung „Charterflug in die Vergangenheit“ eröffnet. Die Ausstellung ist 2019 in Kooperation der Gedenkstätte Deutscher Widerstand mit der Senatskanzlei entstanden, 50 Jahre nach dem Beschluss des Berliner Senats, im Nationalsozialismus Verfolgte zu Berlin-Besuchen einzuladen. Der erste Gast traf im August 1969 in der geteilten Stadt ein. Etwa 35.000 – meist wegen ihrer jüdischen Herkunft verfolgte – Menschen nahmen im Laufe der Jahre eine Einladung nach Berlin an. Die Ausstellung zeigt die Entwicklung des Programms im Wandel der Zeit. Im Fokus stehen dabei die Biografien derjenigen, die sich trotz ihrer Vorbehalte aus allen Teilen der Welt auf den Weg nach Berlin machten.

Landesarchiv Berlin, Eichborndamm 115–121
10. April bis 28. Juni 2024
Katalog: https://landesarchiv-berlin.de/wp-content/uploads/2024/02/Charterflug_Katalog_2019.pdf

Internationaler Tag der Provenienzforschung am 10. April 2024

Am 10. April 2024 findet wieder der Internationale Tag der Provenienzforschung statt. An diesem Tag machen Archive, Museen und andere Kulturerbe-Institutionen auf die gesellschaftliche und wissenschaftliche Relevanz der Provenienzforschung aufmerksam und zeigen dem Publikum die vielfältigen Fragestellungen und Methoden dieses Forschungsbereichs. Auch in Berlin sind zahlreiche Veranstaltungen geplant. Das gesamte Programm findet sich hier: https://www.arbeitskreis-provenienzforschung.org/veranstaltungen.
Acht Berliner Institutionen bieten gemeinsam vier geführte Provenienzspaziergänge an. Dabei soll an verschiedenen Stationen im heutigen Berliner Stadtbild auf die noch sichtbaren Spuren des kolonialen Erbes sowie der NS-Herrschaft und die Schicksale von verfolgten Menschen und Institutionen hingewiesen werden: https://provenienz.staatsbibliothek-berlin.de/ns-raubgut/spurensuche.

Veranstaltet wird der Aktionstag vom Arbeitskreis Provenienzforschung e. V., ein seit 2000 bestehendes internationales Netzwerk von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die sich mit der Erforschung der Herkunft bzw. des unrechtmäßigen Entzugs von Kulturgütern beschäftigen.