Zehn Berliner Archive beim Tag der Archive am 2. und 3. März 2024 dabei

Bislang zehn Berliner Archive öffnen anläßlich des 12. bundesweiten Tages der Archive am 2. und 3. März 2024 außerhalb der sonst üblichen Öffnungszeiten ihre Türen und laden die interessierte Öffentlichkeit zu einem einmaligen Blick hinter ihre Kulissen ein. Ein spannendes Programm mit Vorträgen, Filmen und Gesprächen sowie Führungen durch Magazine, Lesesäle und Werkstätten offenbart Geheimnisse des Forschens und Sammelns. Archivarinnen und Archivare stellen die Besonderheiten ihrer Häuser vor und präsentieren einzigartige Dokumente. Diese Berliner Archive sind bislang dabei:

In den nächsten Tagen werden diese Archive in diesem Blog ihr Programm vorstellen.

Digitaler Lesesaal – Film – im Bundesarchiv geöffnet

Das Bundesarchiv hat seinen Digitalen Lesesaal geöffnet, zunächst für den Bereich Film. Ab sofort sind mehr als 220.000 Filme recherchierbar, darunter Spiel- und Dokumentarfilme aus der Weimarer Zeit, Filme aus der DDR-Filmdokumentation und deutsche Wochenschauen vor und nach 1945. Damit sind erstmals Online-Recherchen zu allen Filmen und das Streamen ausgewählter Filme im Bundesarchiv möglich. Der Digitale Lesesaal löst die Filmothek ab, in der bislang nur ein Teil der Bestände recherchierbar war.
Derzeit sind mehr als 2.500 Filme online und können direkt gestreamt werden. Das Angebot wird laufend erweitert, sofern es die Urheberrechte erlauben. Der Digitale Lesesaal (inklusive Streaming) ist kostenfrei und derzeit ohne Anmeldung nutzbar, für Bestellungen können wie bisher nach den gesetzlichen Vorgaben Kosten anfallen.
Die Suche ist einfach, zeitgemäß und intuitiv angelegt und bietet deutlich erweiterte Suchfunktionalitäten, Filter- und Sortiermöglichkeiten. Die Suchtechnologie basiert auf Elastic Search und beinhaltet eine starke Linguistik, die sich an der deutschen Sprache orientiert und deutlich mehr Treffer findet als eine Suche nach exakten Zeichenfolgen.
https://digitaler-lesesaal.bundesarchiv.de

Canon Mikrofilmscanner MS800II abzugeben

Die ZLB Berlin gibt zwei Canon Mikrofilmscanner MS800II als Ersatz bzw. Ersatzteilspender kostenlos ab. Die Scanner sind mit Rollfilm-/Fichebühne RFC200 ausgerüstet, können also für Mikrofilm 16/35mm und Mikrofiches genutzt werden. Vergrößerung durch 9x-16x und 14x-30x Zoomobjektive. Hier ein Link zum Gerät auf der Seite von Canon.

Zum Gedenken an Siegward Lönnendonker (18.4.1939 – 3.9.2022)

In der aktuellen Ausgabe der „Zeitschrift des Forschungsverbundes SED-Staat“ (50/2023, S. 149 – 151) erinnert Jochen Staadt an den im September 2022 verstorbenen Gründer des sogenannten APO-Archivs. Seit Mitte der 1960er Jahre sammelte Siegward Lönnendonker Flugblätter von den Mensa-Tischen der Freien Universität Berlin. Damit legte er den Grundstock eines Archivs an, das sich später zu einer historisch einzigartigen Überlieferung zur 68er Studentenbewegung resp. Außerparlamentarischen Opposition entwickelte. Heute bildet diese Sammlung ein eigenes Archiv im FU-Universitätsarchiv. Ein seinerzeitiger Nachruf der Archivleiterin Birgit Rehse ist hier erschienen: https://www.fu-berlin.de/sites/uniarchiv/fugeschichte/archivschaufenster/Loennendonker/index.html.

Heute Ausstellungseröffnung

Heute, am 8. Dezember 2023, wird in der Gethsemanekirche die Ausstellung “Gemeinsam sind wir unerträglich” eröffnet, die die Geschichte der unabhängigen Frauenbewegung in der DDR beschreibt. Die hochkarätig besetzte Vernissage mit der SED-Opferbeauftragen beim Deutschen Bundestag Evelyn Zupke u. a. beginnt um 19.00 Uhr. Die Agentur für Bildung, Geschichte und Politik e. V. hat eine Vielzahl an Dokumenten, Photos und Interviews zusammengetragen, die die Geschichte der Bewegung vom Beginn in den frühen 80er Jahren bis zum Ende der DDR erzählen. Begleitend erscheint ein Ausstellungskatalog mit zusätzlichem Quellenmaterial.

Wie kommt die GND ins Archiv?

In ihrem kürzlich erschienenen Buch erläutert Gudrun Hoinkis am Beispiel des Geheimen Staatsarchivs Preußischer Kulturbesitz, wie Normdaten in die Erschließung eingebunden werden können. Sie beschäftigt sich allgemein mit der Betrachtung zur Kompabilität der Normdaten für die Entitäten Personen, Geografika und Körperschaften in der archivischen Erschließung. Der Fokus liegt dabei auf der Entität „Personen“.
Beispieldatensätze, die aus den Personenindexdaten des Archivinformationssystem entnommen werden, werden auf ihre Qualität untersucht, mit der Software OpenRefine gesäubert und anschließend mit der Gemeinsamen Normdatei (GND) abgeglichen. Die Ergebnisse werden dargestellt und Überlegungen angestellt, wie die Quote für den Abgleich erhöht werden könnte. Es wird ein Schema entwickelt, welche Personen aus Akten relevant sind, um neu in der GND angelegt zu werden. Die Ergebnisse bieten Archivarinnen und Archivaren Anregungen und Ansätze, in Archiven Normdaten einzusetzen.

Gudrun Hoinkis: Wie kommt die GND ins Archiv? Bibspider, Birkenwerder 2023. 112 Seiten, 19,80 Euro, ISBN 978-3-946911-13-5.

Wolfgang Neuss: Der Mann mit der Pauke wird 100

Der Schauspieler und Kabarettist Wolfgang Neuss, einer der einflussreichsten Satiriker und Filmstars der Nachkriegsjahre vor der Wiedervereinigung, wäre am 3.12. 2023 100 Jahre geworden. Aus diesem Anlass findet in der ufaFabrik in Kooperation mit der Akademie der Künste ein Festival mit Zeitzeugen, Filmdokumenten, Vorträgen, einer Ausstellung und Live-Musik statt.
Dort, wo Wolfgang Neuss zu Lebzeiten seinen 65. Geburtstag gefeiert hat, treffen sich Weggefährten und Freunde, die den großen Schauspieler, Komiker und Mann mit der Pauke noch selbst erlebt haben. Ausschnitte aus selten gezeigten Filmen, Fotos und Dokumenten gehen der Frage nach, was Wolfgang Neuss uns heute noch zu sagen hätte.
Das Archiv von Wolfgang Neuss befindet sich seit 1994 in der Akademie der Künste in bester Gesellschaft neben Franz-Josef Degenhardt und Matthias Beltz, Eckart Hachfeld oder dem GRIPS Theater sowie den Altvorderen, Friedrich Hollaender, Robert Gilbert, Blandine Ebinger, Kate Kühl und Rudolf Nelson. Von 1994 bis 2005 übergaben Lebens- und Weggefährten die Materialien an das Archiv. Neuss‘ Schwester Henrietta de Boyse alias Eva Neuss, Thomas „Tommy“ Hammer, enger Freund und Wegbegleiter in den späteren Jahren, Jette Neuss-Wixell, Tochter von Wolfgang Neuss aus seiner Ehe mit der Schwedin Margarete Henriksson, die wunderbare Fotografin Ellen Machus und nicht zuletzt Freund und Werkkenner Volker Kühn, sie alle bewahrten Typo- und Manuskripte von Neuss-Texten, Korrespondenzen, vor allem mit Familienangehörigen und Kollegen wie Wolfgang Gruner und Günther Tews auf, die heute im Archiv zu finden sind. Hier geht es direkt zum Bestand.
Andrea Clos

Legalize Neuss
Wolfgang Neuss – Der Mann mit der Pauke wird 100
„Auf deutschem Boden darf nie wieder ein Joint ausgehen“
ufaFabrik  01.-05.12.2023, Teilnehmer: Brigitte Grothum, Volker Ludwig, Rüdiger Daniel, Mathias Bröckers u. a.
Homepage & Tickets: www.ufafabrik.de/de/21351/legalize-neuss.html

6. Berliner Archivtag mit großem Erfolg

Am 22. November 2023 fand der mittlerweile 6. Berliner Archivtag statt, diesmal in der Staatsbibliothek zu Berlin. Nach den beiden Online-Ausgaben 2021 und 2022 konnte man sich diesmal endlich wieder unmittelbar fachlich austauschen. Rund 200 Besucherinnen und Besucher sahen ein abwechslungsreiches Programm zum Thema “Archive als zeithistorische Akteure”. Ein ausführlicher Tagungsbericht folgt in Kürze.