Online-Portal zur deutschen Kolonialgeschichte gestartet

Vor wenigen Tagen ist ein Online-Archivführer zur deutschen Kolonialgeschichte gestartet. Das Projekt ist eine Kooperation zwischen dem Fachbereich Informationswissenschaften der Fachhochschule Potsdam und dem Auswärtigen Amt.
Das Portal https://archivfuehrer-kolonialzeit.de soll historische Fakten und Überlieferungen aus der Kolonialzeit zusammenfassen und mit Informationen zu Orten, Akteuren und Ereignissen zu verknüpfen. Das Kernstück ist eine Datenbank mit Beschreibungen von Dokumenten und Beständen, die erstmals online verzeichnet sind. Derzeit sind über 64.000 Beschreibungen aus rund 300 Einrichtungen abrufbar. Mehr als 48.000 Beschreibungen verweisen Akten oder Bilder. In den kommenden Monaten kommend laufend weitere Einträge hinzu.
Das Portal ist dreisprachig aufgebaut. Außerdem gibt es Einführungen in die alte deutsche Kurrentschrift, die Aktenkunde und den historischen Kontext. Der Abschluss des Projekts ist für Ende 2019 geplant.

Wie Frauenarchive Bildungsgeschichte erfahrbar machen

Im Rahmen des Digitalen Deutschen Frauenarchivs (DDF) werden Bestände zur Geschichte der Berufsausbildung von Frauen digital präsentiert.
Anhand von sprachlichen und fotografischen Bildern werden drei historische Schöneberger Fraueninstitutionen lebendig:  der Lette-Verein, das Alice Salomon Archiv und das Pestalozzi-Fröbel-Haus stellen sich gemeinsam vor. Alle drei Institutionen bilden auch heute noch junge Menschen in zukunftsweisenden Berufen aus und beziehen ihre Geschichte kreativ in die aktuelle Bildungspraxis mit ein.
Sie laden dazu ein, am  22. Februar 2019 die Archive mit ihren Geschichten kennen zu lernen und anschließend zu diskutieren, wie der Transfer der digitalen Abbilder in den Kontext von Forschung und Didaktik gelingen kann. Das Programm findet sich hier. Um eine Anmeldung bis zum 1. Februar unter Archiv[at]ash-berlin.eu wird gebeten.

Freitag, 22. Februar 2019,  9 bis 15 Uhr
Lette Verein Berlin · Viktoria-Luise-Platz 6 · 10777 Berlin, Berlin Raum A 480

 

 

Workshop Grundlagen der Digitalisierung am 22. Februar 2019

Am 22. Februar 2019 veranstaltet das Forschungs- und Kompetenzzentrum Digitalisierung Berlin (digiS) wieder einen Workshop zu “Grundlagen der Digitalisierung”. Bei der Veranstaltung werden  vor allem die Funktionsweisen verschiedener technischer Verfahren und Medien (Scannen/Digitalfotografie/Filme/Audio) erläutert, um schneller und besser in der Lage zu sein, die Qualität der in einem Projekt beauftragten Digitalisierungsdienstleistungen zu bewerten.
Der Workshop ist kostenfrei und findet von 10:00 Uhr bis max. 16:00 Uhr im Seminarraum des ZIB (Takustr. 7, 14195 Berlin, U Dahlem Dorf / Eingang Rundbau, EG, R. 2006) statt. Anmeldeschluss ist der 15. Februar, die Teilnehmerzahl ist auf ca. 25 Personen begrenzt. Verbindliche Anmeldung bitte an digis@zib.de.

Archiv für Roma-Kultur geht online


Screenshot

Heute Abend wird Homepage romarchive.eu freigeschaltet. Das neue Portal soll  die vielfältige Kunst und Kultur der Sinti und Roma und ihren Einfluss auf die europäische Kulturgeschichte sichtbar machen Auf Deutsch, Englisch und Romanes werden knapp 5.000 Objekte präsentiert: historische Dokumente, Zeitzeugeninterviews von Holocaust-Überlebenden, Interviews mit Ikonen der mencomusik. Bis zur Freischaltung kann man noch den entsprechenden und sehr informativen Blog besuchen.
Die Idee dafür entstand übrigens nach der Eröffnung des Denkmals für die ermordeten Sinti und Roma Europas in Berlin 2012. Unterstützt von der Kulturstiftung des Bundes ist ein virtuelles Archiv und Museum entstanden.
Zum Start von RomArchive veranstaltet die Berliner Akademie der Künste ein viertägiges interdisziplinäres Festival. Heute Abend z. B. mit einem Konzert der Gypsy-Band Kal aus Belgrad. Hingehen lohnt sich unbedingt. Programm hier und hier.
Hier noch einige links zu aktuellen Berichten:
Berliner Zeitung
Deutsche Welle
Tagesspiegel
Deutschlandfunk

Ein übersehener Aktenschrank – Vergessene Patientenakten im Klinikum Buch

Wie der Focus berichtet, wurden vor kurzem in einem leerstehenden Gebäude des Klinikkomplexes in Berlin-Buch ca. 25000 Patientenakten entdeckt, die aus der DDR- und frühen Nachwendezeit stammen sollen. Sie waren beim Auszug der Helios-Klinik aus diesem Gebäudeteil 2007 offenbar übersehen worden. Hellhörig geworden ist nicht nur die Berliner Datenschutzbeauftragte Maja Smoltczyk, sondern auch die Stasi-Unterlagenbehörde, da sich auf dem Gelände u.a. ein ehemaliges Krankenhaus der Staatssicherheit befunden hat.

Über den Fall berichteten u.a. auch die Berliner Zeitung, die Berliner Morgenpost und der Berliner Kurier.

Update des Tagesspiegels vom 23.01.2019.

Vorgestellt: Das BVG-Archiv

Vor 90 Jahren wurden die Berliner Verkehrsbetriebe gegründet. Dieses historische Datum nimmt die Berliner Morgenpost zum Anlass, um das derzeit von Axel Maruszat geleitete Unternehmensarchiv vorzustellen. Der Leser erfährt etwas über die wechselvolle BVG-Geschichte, aber auch über das in Köpenick untergebrachte Archiv und seine Bestände.

Der RBB, der ein Interview mit Maruszat führte, hält in seinem Beitrag auch noch eine umfangreiche Bilderstrecke parat.

Züllichauer Leichenpredigten erschlossen

Ein lange vermisster Sammlungsbestand konnte im Geheimen Staatsarchiv (PK) entdeckt und erschlossen werden. Dabei handelt es sich um eine Sammlung von Leichenpredigten aus dem Kirchenkreis Züllichau aus dem Zeitraum 1672-1771. Die insgesamt zehn überlieferten Bände wurden vertieft erschlossen und dabei  der Name jedes Verstorbenen erfasst. Der Bestand wurde provenienzhalber an das Evangelische Zentralarchiv abgegeben, wo er nun genutzt werden kann.

Hier der Text der Mitteilung des GStA

Archiv für alternatives Schrifttum in Duisburg bedroht

Das Archiv für alternatives Schrifttum in Duisburg (afas) ist massiv bedroht. Da dieser Vorgang und das große politische und mediale Echo auch für Berliner Archive wichtig und interessant ist, sei an dieser Stelle kurz darüber berichtet.

Das afas, gegründet 1986, ist mittlerweile das größte Freie Archiv für Materialien der Neuen Sozialen Bewegungen. Nach jahrelangem Kampf um eine ausreichende und dauerhafte Finanzierung sowie archivgerechte Räumlichkeiten konnte es 2017 dank finanzieller Unterstützung durch das Land Nordrhein-Westfalen und die Stadt Duisburg adäquate neue Räume mit ausreichendem Platz, aber auch höheren Kosten, in der Duisburger Innenstadt beziehen und erhielt für 2018 und 2019 vom Land Haushaltsmittel bewilligt. Kürzlich beschloss jedoch der Haushaltsausschuss des Landtags, die Mittel für 2019 wieder zu streichen.

Der Verband deutscher Archivarinnen und Archivare (VdA) hat am 5. Dezember einen Offenen Brief an die Landesregierung und alle Landtagsabgeordneten geschrieben und um Rücknahme dieses Beschlusses in der 3. Lesung des Haushalts am 12. Dezember gebeten. Zahlreiche prominente Unterstützerinnen und Unterstützer haben diesen Brief mit gezeichnet. Eine große Zahl weiterer Unterstützer haben sich ebenfalls an die Landtagsfraktionen gewandt. Insbesondere der Leiter des afas Jürgen Bacia mobilisierte auch die Öffentlichkeit. Das mediale Echo war sehr groß, u. a. im Deutschlandfunk, WDR, FAZ und WAZ. Inzwischen ist der Beschluss zurück genommen worden und das afas wird 2019 weiter gefördert. Allerdings bedeutet dies noch nichts für 2020!

Fazit: Der Einsatz hat sich gelohnt. Schade nur, dass sich Politik und Medien eher in Krisen mobilisieren lassen.

Berliner Archivar im Vorstand der DAGS

Am 18. Oktober 2018 wurde der ehrenamtliche Archivbeauftragte des Landestanzsportverbandes Berlin Dipl.-Archivar (FH) Dirk Ullmann als kooptierter Beisitzer in den Vorstand der Deutschen Arbeitsgemeinschaft von Sportmuseen, Sportarchiven und Sportsammlungen e. V. (DAGS) gewählt. Das zunehmend an Bedeutung gewinnende nationale Gremium setzt sich für die Erhaltung von Kulturgütern des Sports sowie der Dokumentation, Erforschung und öffentlichen Präsentation der Sportgeschichte ein. So berät die DAGS u. a. bundesweit tätige Sportorganisationen bei der Archivierung ihrer Unterlagen.
Der Landestanzsportverband Berlin ist korporatives Mitglied der Arbeitsgemeinschaft, die im Oktober ihr 15-jähriges Bestehen in Maulbronn mit einem gemeinsamen Festakt des Instituts für Sportgeschichte Baden-Württemberg e. V. beging.