Archiv der Kategorie: Allgemein

Zugang gestalten! in der Staatsbibliothek zu Berlin

Die inzwischen 16. Ausgabe der internationalen Konferenz „Zugang gestalten! – Mehr Verantwortung für das kulturelle Erbe“ findet vom 30. September bis 2. Oktober 2026 in der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz, Potsdamer Straße 33, 10785 Berlin, statt.

Die Konferenz steht in diesem Jahr unter dem Schwerpunktthema „Geschichtspolitik und Erinnerung“. Wie gehen Einrichtungen des Kulturerbes mit den Zeugnissen der Vergangenheit um? Nutzen sie diese, um bestimmte Sichtweisen historischer Entwicklungen zu stützen, oder überlassen sie die Bewertung den Nutzenden und ermöglichen vor allem den Zugang zu den Quellen?

Das Programm und Informationen zur Anmeldung gibt es hier: https://zugang-gestalten.org/

Die LGV sucht eine neue Bleibe für Archiv und Bibliothek

Seit 1884 verbindet die „Landesgeschichtliche Vereinigung für die Mark Brandenburg“ Gesellschaft und Wissenschaft mit dem Ziel, die Geschichte der Metropolregion Berlin-Brandenburg zu erkunden, zu erforschen und zu vermitteln. Als gemeinnütziger Verein mit Sitz in der Bundeshauptstadt stehen seine Aktivitäten allen Interessierten offen – Mitgliedern wie Bürgerinnen und Bürgern gleichermaßen. Nun hat die Stiftung Zentral- und Landesbibliothek Berlin der Vereinigung zum 31. Dezember 2027 den seit 1954 bestehenden Mietvertrag gekündigt. Archiv, Bibliothek und Veranstaltungsort sind damit gefährdet. Gesucht werden neben einem Veranstaltungsraum geeignete Bibliotheks- und Archivmagazine mit ca. 350 m². Zum Sammlungsprofil zählen u. a. 150 Nachlässe bedeutender Forscherinnen und Forscher sowie eine wissenschaftliche Spezialbibliothek mit über 80.000 Nachweisen. Weitere Informationen zu dieser unerwarteten wie enormen Herausforderung sind hier hinterlegt.

Vom Ehrenamt im Sportarchiv

Seit 2012 betreue ich ehrenamtlich das Archiv des Berliner Landestanzsportverbandes. Nun hat unser Medienpartner SPORTFANAT einen Kurzfilm über meine Tätigkeit im Sportarchiv produziert. Herzlichen Dank an Johannes Heine! Ich wünsche viel Vergnügen!

Workshop Retrodigitalisierung

8. Workshop Retrodigitalisierung – Digitalisierung für die Ewigkeit? – Datenqualität in der Praxis

Die 8. Ausgabe der Reihe „Workshop Retrodigitalisierung“ findet in diesem Jahr in der Staatsbibliothek zu Berlin, Haus Unter den Linden, und unter dem Oberthema „Digitalisierung für die Ewigkeit? – Datenqualität in der Praxis“ statt.

Bei der Erzeugung von Retrodigitalisaten und den zugehörigen Metadaten kann einiges schieflaufen. Sind Masterdaten erst einmal fehlerhaft, verursacht ihre Korrektur großen Aufwand oder ist manchmal sogar unmöglich. Der Workshop Retrodigitalisierung befasst sich in diesem Jahr mit der Erzeugung, Validierung und Speicherung von möglichst optimalen Retrodigitalisaten, mit den Wegen zum Digitalisat im optimalen Format und den Möglichkeiten, mit Fehlern und Fallstricken umzugehen. In welchem Format komme ich in Bezug auf Images, Metadaten und Volltexte am besten zum Ziel? Welchen Einfluss haben sie auf Kompatibilität, Qualität, Dateigröße und Langzeitarchivierung?

Praktiker:innen der Retrodigitalisierung  und Mitarbeiter:innen aus Bibliotheken, Wissenschafts- und weiteren Gedächtnisorganisationen stellen in neun 20-minütigen Beiträgen mit anschließender Diskussion gelöste und ungelöste Fragen aus dem Bereich der Retrodigitalisierung vor. Auf einem Best Practise Marketplace werden erstmalig zwei Softwaretools aus der Community live vorgestellt.

Die Registrierung zum Workshop ist bis zum 05.03.2026 möglich. Die Teilnahmegebühr für den zweitägigen Workshop beträgt 130 Euro.
https://blog.sbb.berlin/termin/8-ws-retrodigitalisierung/

Zentrales Depot für Berlins Kultur

Seit einiger Zeit ist geplant, ein zentrales Depot für die Berliner Landes-Museen einzurichten, da deren Lager übervoll sind. Zuletzt wurde ein Standort in Vogelsdorf favorisiert. Wie die „Berliner Morgenpost“ berichtet, zeichnet sich nun aber eine kostengünstigere Lösung ab. Durch Geschäftsaufgabe wird eine landeseigen Fabrikhalle an der Goerzallee in Lichterfelde am Stadtrand frei.
Neben der Nutzung durch das Deutsche Technikmuseum und die Berlinische Galerie soll auch geprüft werden, ob sich der Ort auch als Lager für die großen Sprechtheater eignet, wodurch ein zentrales Depot für Berlins Kultur entstünde.

Das Digitale Deutsche Frauenarchiv sucht neue Geschäftsführung

Das Digitale Deutsche Frauenarchiv sucht für seine Geschäftsstelle in Berlin zum 1. August 2026 eine Geschäftsführung. Das Digitale Deutsche Frauenarchiv (DDF) ist ein bundesweit etabliertes Fachportal zur Geschichte der feministischen Bewegungen im deutschsprachigen Raum. Es macht Quellen und Wissen zur Frauen- und Lesbenbewegung in den Einrichtungen des i.d.a.-Dachverbands digital zugänglich und trägt damit zur Sichtbarkeit feministischer Geschichte in Wissenschaft, Bildung und Öffentlichkeit bei. Zusammen mit dem dazugehörenden META-Katalog bietet es eine zentrale Informationsinfrastruktur für die Forschung. Näheres zur Ausschreibung gibt es hier: https://www.digitales-deutsches-frauenarchiv.de/blog/stellenausschreibung-ddf-geschaeftsfuehrung

Arbeitskreis Mentoring hat die Arbeit aufgenommen

Der 2025 neu gegründete Arbeitskreis Mentoring im VdA hat ein Mentoring-Programm für VdA-Mitglieder entwickelt, bei dem erfahrene Personen weniger erfahrene Personen über einen festgelegten Zeitraum bei ihrer Archivtätigkeit begleiten, bei fachlichen Fragestellungen unterstützen und Einblicke in berufliche Zusammenhänge geben. Der Arbeitskreis Mentoring will diese Form der Unterstützung vor allem für Berufsneulinge anbieten. Insbesondere berufserfahrene VdA-Mitglieder werden gebeten, sich als potenzielle MentorInnen zu bewerben. Die Bewerbungsfrist läuft bis zum 31. Mai 2026. Im Sommer 2026 werden dann geeignete Paare zusammengestellt und im Herbst 2026 soll die Kommunikation über individuell vereinbarte Themen starten. Das Mentoring-Programm dauert ein Jahr. Weitere Informationen zum VdA-Mentoring-Programm und die Bewerbungsformulare gibt es hier: https://www.vda.archiv.net/arbeitskreise/arbeitskreis-mentoring/ueber-den-arbeitskreis.html.
Bei Fragen zum Mentoringprogramm kann man sich auch direkt an den Arbeitskreis wenden: akmentoring@vda.archiv.net.

Urkunden an Polen zurückgegeben

Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz hat kürzlich 73 mittelalterliche Urkunden des Deutschen Ordens, die bislang im Geheimen Staatsarchivs aufbewahrt wurden, an Polen zurückgegeben. Die Urkunden waren während der deutschen Besetzung Polens im Zweiten Weltkrieg aus dem Hauptarchiv Alter Akten in Warschau geraubt worden. Federführend dabei waren Königsberger Archivare, welche die Archivalien anschließend in den Urkundenbestand des Staatsarchivs Königsberg eingliederten.
Mit der Auslagerung des Staatsarchivs Königsberg 1944/45 gelangten die Urkunden zunächst in die Auslagerungsorte Grasleben bzw. Goslar, 1953 ins Archivlager Göttingen und 1979 schließlich ins Geheime Staatsarchiv.
Bedauerlich ist, dass die Rückgabe erst 80 Jahre nach Kriegsende erfolgte.

Botho Brachmann gestorben

Am 26. November 2025 ist Botho Brachmann im Alter von 95 Jahren verstorben. Er hat in Lehre und Forschung wesentlich zur Anerkennung der Archivwissenschaft als historisch orientierter Informationswissenschaft beigetragen.
Brachmann wurde 1971 zum Leiter des Bereichs Archivwissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin ernannt und dort 1976 zum außerordentlichen und 1987 schließlich zum ordentlichen Professor für Archivwissenschaft berufen und war so bis 1996 Inhaber des einzigen Lehrstuhls für diese Wissenschaftsdisziplin in Deutschland. In dieser Funktion, auf wissenschaftlichen Kongressen und in vielen Publikationen hat er wichtige Anstöße für die Entwicklung der Archivwissenschaft gegeben. Mit der Lehre, nahezu 500 Archivarinnen und Archivare haben bei ihm gehört, hat er zu einem hohen Niveau des archivarischen Berufsstandes in Deutschland beigetragen.
Demnächst wird ein ausführlicher und würdigender Nachruf erscheinen.