Archiv der Kategorie: Allgemein

Mehr Geld für die Provenienzforschung

Ab 2023 werden für Provenienzforschung neben den bereits bestehenden Projektmitteln in Höhe von 200.000 Euro jährlich zusätzliche Mittel in Höhe von 775.000 Euro zur Verfügung gestellt. Neben NS-Raubgut soll nun auch erstmalig in den Bereichen Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten, Unrecht in den Zeiten der SBZ/DDR sowie Kulturgut aus besetzten Gebieten geforscht werden.

Ab 2023 werden in sämtlichen öffentlich geförderten Kulturerbe-Einrichtungen dauerhafte Strukturen zur Erforschung der jeweiligen Sammlungen und Bestände geschaffen. Am Brücke-Museum, am Georg Kolbe Museum, beim Bauhaus-Archiv/ Museum für Gestaltung Berlin und beim Landesarchiv Berlin werden erstmalig wissenschaftliche Positionen für Provenienzforschung geschaffen. Am Deutschen Technikmuseum Berlin und der Zentral- und Landesbibliothek Berlin wird jeweils eine zweite wissenschaftliche Stelle etabliert. Durch Schaffung einer dauerhaften Volontariatsstelle für Provenienzforschung wird die Ausbildung in diesem Bereich verfestigt. Erstmals können zudem die Bezirksmuseen ab 2023 Mittel für Projekte zur Provenienzforschung beantragen. Der gesamte Wortlaut der Pressemitteilung vom 12. Oktober 2022 ist hier zu finden.

Auswirkungen der Energieknappheit auf den Kulturbereich

Gegenwärtig wird viel über mögliche Auswirkungen der Energieknappheit auf den Kulturbereich gesprochen. Auch Archive könnten davon betroffen sein, u. a. durch Absenkung der Temperaturen in den Arbeitsräumen oder moderatere Klimavorgaben.
Auf der Ebene der Kulturministerkonferenz wurde nun eine Bund-Länder Arbeitsgemeinschaft eingerichtet, die sich mit den Auswirkungen der Energieknappheit auf den Kulturbereich beschäftigt. Es geht vornehmlich darum, fachliche Beratungsangebote zu koordinieren und (auch den kleineren Einrichtungen) zugänglich zu machen. Auch die diversen Einsparvorschläge sollen mit Hilfe ausgewählter Verbände aus allen Kulturbereichen fachlich bewertet werden. Der VdA wurde als Fachverband für das deutsche Archivwesen in die Arbeit eingebunden.  Dr. Martin Schlemmer (Landesarchiv NRW) hat sich als Vertreter des Gesamtvorstands VdA bereit erklärt, in der Arbeitsgemeinschaft für den VdA die Gespräche zu führen. In den nächsten Tagen wird der VdA Handlungsempfehlungen für Archive zu Energieeinsparungen auf seiner Website veröffentlichen.

Das Archiv der DVSG entsteht

Im Jahr 2026 jährt sich die Gründung der Deutschen Vereinigung für Soziale Arbeit im Gesundheitswesen e.  V. (DVSG) zum einhundertsten Mal. Der Zweck der DVSG ist die Förderung der Volks- und Berufsbildung, der Wissenschaft und Forschung sowie des öffentlichen Gesundheitswesens.
Im Rahmen der Vorbereitungen auf das Jubiläum kam die Frage nach der Aufarbeitung der Geschichte des Verbandes auf. Allerdings wurden eigene historische Bestände bis vor kurzem nur bedingt systematisch archiviert und nie wirklich erschlossen. Die DVSG hat deswegen das Jubiläum zum Anlass genommen, jetzt diesen Weg zu gehen und damit mögliche Schritte zu einem Archiv vorbereiten und umsetzen zu können. Seit 2020 nimmt sich eine Projektgruppe dieser Aufgabe an. Katrin Blankenburg  und Thomas Golka, die an dem Projekt mitarbeiten,  haben dazu im Frühjahrsheft 2022 der Zeitschrift „Archiv und Wirtschaft“ einen Artikel über die Entstehung des Archivs der DVSG verfasst. Das Archiv der DVSG entsteht weiterlesen

Aufruf zur Beteiligung an einer Umfrage zu Beständen aus SBZ/DDR-Provenienz in Berlin

Archive haben in den vergangenen drei Jahrzehnten eine wesentliche Grundlage für die Erforschung und Aufarbeitung der SED-Diktatur gelegt. Zur Förderung dieser wichtigen Arbeit und zur Unterstützung von Archiven im Land Berlin bei der Bewältigung der Herausforderungen moderner Archivarbeit hat der Berliner Beauftragte zur Aufarbeitung der SED-Diktatur Facts & Files mit der Erstellung einer Studie beauftragt. Das Vorhaben ist Teil eines übergeordneten Sachstandsberichts zur Aufarbeitung der SED-Diktatur im Land Berlin, der durch den Beschluss des Abgeordnetenhauses von Berlin Aufarbeitung und Folgen der SED-Diktatur evaluieren (Drucksache Nr. 18/0427) vom 6. Juli 2017 initiiert wurde und dessen Umsetzung dem Berliner Aufarbeitungsbeauftragten vom Berliner Senat übertragen wurde (Drucksache Nr. 18/0717). Die von Facts & Files zu erarbeitende Studie zur Archivierung und Dokumentation von Beständen aus SBZ/DDR-Provenienz im Land Berlin im Zeitraum von 1990 bis 2021 widmet sich unter anderem folgenden Fragen:
– Welche Archivbestände (Schriftgut, Fotografien, Plakate, Filme und audiovisuelles Material) aus SBZ/DDR-Provenienz sind in Berliner Archiven vorhanden? Aufruf zur Beteiligung an einer Umfrage zu Beständen aus SBZ/DDR-Provenienz in Berlin weiterlesen

Das VD 17 und die historischen Druckschriften in den Archiven

Leichenzug für Martha Maria Herold 1629, UB Greifswald. Lizenz CC-BY-NC-SA

Ohne Archive geht es nicht

Das VD 17 und die historischen Druckschriften in den Archiven
von Prof. Dr. Ulrike Höroldt

Seit dem Jahre 1996 erfassen große Altbestandsbibliotheken ihre historischen Druckschriften in der Datenbank des VD 17 (Verzeichnis der im deutschen Sprachraum erschienenen Drucke des 17. Jahrhunderts). Mit seinen über 300.000 aufgenommenen Titeln ist das VD 17 die bedeutendste retrospektive Nationalbibliographie historischer Drucke für den Zeitraum von 1601 bis 1700. Bisher fehlen jedoch die historischen Druckschriften in den Archiven.
Die deutschen Staats-, Kommunal- und Kirchenarchive verfügen innerhalb ihrer Bestände über zahlreiche historische Drucke und Amtsdruckschriften. Diese wurden im VD 17 bisher nicht berücksichtigt. Angeregt durch den Ausschuss für Wissenschaftliche Bibliotheken und Informationssysteme (AWBI) planen die VD 17-Trägerbibliotheken zwei Rundgespräche Das VD 17 und die historischen Druckschriften in den Archiven weiterlesen

Lesesäle der Berliner Archive können weiter offen bleiben

Auch die zweite Änderung der Infektionsschutzmaßnahmenverordnung vom 27. März 2021 sowie das aktuelle Hygienerahmenkonzept der Senatsverwaltung für Kultur und Europa vom 1. April 2021 bringen für die Archive keine grundlegenden Änderungen. Nach wie vor dürfen Archive ihre Lesesäle, unter Einhaltung der in den jeweiligen Schutz- und Hygienekonzepten festgelegten Schutzmaßnahmen, offenhalten. Neu ist das verpflichtende Tragen einer FFP2-Maske. Ein negativer Corona-Test ist für eine Nutzung nicht verpflichtend.  Gleichwohl wird er vom Geheimen Staatsarchiv PK und dem Bundesarchiv, die ihre Lesesäle weiter geöffnet haben, verlangt.
Die entsprechenden Verordnungen sind auf der Sonderseite der Senatsverwaltung für Kultur und Europa zum Corona-Virus zu finden.

Aktuelles Hygienekonzept der Kulturverwaltung : Lesesäle können weiter offen bleiben

Auch die Zweite Verordnung zur Änderung der SARS-CoV-2-Infektionsschutzmaßnahmenverordnung vom 4. März 2021 sowie das aktuelle Hygienerahmenkonzept der Senatsverwaltung für Kultur und Europa bringen für die Archive keine grundlegenden Änderungen. Nach wie vor dürfen Archive ihre Lesesäle, unter Einhaltung der in den jeweiligen Schutz- und Hygienekonzepten festgelegten Schutzmaßnahmen, offenhalten. Neu ist das verpflichtende Tragen einer medizinischen Maske sowie die räumliche Richtzahl von einer Besucherin bzw. einem Besucher je 10 QuadratmeterWeiter wird empfohlen, die maximale Aufenthaltszeit jeweils auf 2 Stunden zu begrenzen.
Die entsprechenden Verordnungen sind auf der Sonderseite der Senatsverwaltung für Kultur und Europa zum Corona-Virus zu finden.

Archivlesesäle dürfen weiter geöffnet bleiben

Die mit dem heutigen Tage in Kraft tretende Zehnte Verordnung zur SARS-CoV-2-Infektionsschutzverordnung des Senats von Berlin verfügt viele Schließungen von kulturellen Veranstaltungsstätten für den Publikumsverkehr.  Auch die öffentlichen Bibliotheken müssen ihren Publikumsverkehr  einschränken.
Dagegen sind die Archive im Land Berlin davon nicht betroffen und können ihre Lesesäle – unter Einhaltung der in den jeweiligen Schutz- und Hygienekonzepten festgelegten Schutzmaßnahmen und der Verpflichtung zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung – weiterhin für Nutzerinnen und Nutzer öffnen.

ARD-Sender öffnen ihre Archive

Ab dem 27. Oktober 2020, dem UNESCO Welttag des Audiovisuellen Erbes, machen alle ARD-Landesrundfunkanstalten und das Deutsche Rundfunkarchiv historische Videobeiträge in der ARD Mediathek zeitlich unbegrenzt zugänglich. Nach und nach soll so ein audiovisuelles Archiv nach dem Vorbild des SWR entstehen, der bereits im Herbst 2019 mit „SWR Retro“ an den Start ging.
Die Nutzer der ARD Mediathek finden dann in den Kanälen der Landesrundfunkanstalten Beiträge aus der  ktuellen Berichterstattung aus der Zeit vor 1966. Regionales, Überregionales, Sport und so manche kuriose Meldung warten darauf, wiederentdeckt zu werden. Der Bestand erlaubt einen Blick in die Geschichte mit ihrem Zeitgeist, ihrer Sprache und ihren Themen, die erstaunlich oft auch heute noch aktuell sind. Die Videos sind zeitlich unbegrenzt verfügbar und lassen sich verlinken sowie in eigeneWebseiten einbinden.
Die Federführung für das gesamte Vorhaben in der ARD liegt beim Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb), dessen Intendantin Patricia Schlesinger dazu sagte: „Wir wissen von unseren Zuschauerinnen und Zuschauern und durch die Nutzung im Netz, wie groß das Interesse an historischen Aufnahmen ist. Diese – oft einzigartigen – Sendungen und Beiträge werden jetzt allen zugänglich. Das Programm ist von der Gemeinschaft finanziert, sie sollte es so weit wie möglich nutzen können. Aufzeichnungen der öffentlich-rechtlichen Sender sind ein wesentlicher Bestandteil des audiovisuellen Erbes in Deutschland, es ist richtig, sie auf diesem Weg bereitzustellen.“
Die ARD konzentriert sich zunächst auf nicht-fiktionale Videos bis 1966, da sich ab 1966 das Urheberrecht geändert hat, was die Rechteklärung für die Online-Stellung von Archivinhalten deutlich erschwert.
Zu den ab Ende Oktober wieder zugänglichen Sendungen zählen u. a. die Regionalmagazine und -nachrichten der Sender wie beispielsweise Abendschau und Berliner Fenster vom rbb.
Auch die Öffnung der Audioarchive ist geplant. Derzeit werden in den Archiven der ARD die entsprechenden Tondokumente für eine Bereitstellung in der ARD Audiothek vorbereitet.Ausgewählte Hörfunkbeiträge aus den Bereichen Wissen, Bildung und Kultur sollen auch unter einer Creative-Commons-Lizenz nutzbar sein.
Hier kommen Sie direkt zum Retro-Kanal in der Mediathek des RBB.

Podcast zum Stasi-Unterlagen-Archiv

Was genau machen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Archiv? Wer nutzt die Akten und warum? Wie diskutieren Forschende, Interessierte sowie Zeitzeuginnen und Zeitzeugen über die DDR und das Wirken der Stasi? Wie wichtig sind historische Orte für ein historisches Archiv?
Seit April 2020 ist „111 Kilometer Akten. Der offizielle Podcast des Stasi-Unterlagen-Archivs“ auf der Suche nach Antworten auf diese Fragen online. Die Reihe will Einblicke in die Arbeit des Stasi-Unterlagen-Archivs geben und den Dialog mit Nutzerinnen und Nutzern der Akten suchen.
Episoden mit Gesprächen mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie Nutzerinnen und Nutzern wechseln sich ab mit Veranstaltungsmitschnitten von Events des Stasi-Unterlagen-Archivs. Dabei geht es um historische und aktuelle Themen aus der Beschäftigung mit dem Archiv und seiner Geschichte, die durch eine kurze Diskussion der beiden Moderatoren über die Folge eingeleitet wird. Jede Episode endet mit einem Ton-Beispiel aus dem Archiv, präsentiert von der Dokumentarin Elke Steinbach (BStU).

Ein Überblick über die bisher veröffentlichten Folgen: Podcast zum Stasi-Unterlagen-Archiv weiterlesen