Mit dem Rahmenprogramm „Gesellschaft verstehen – Zukunft gestalten“ (2019 bis 2025) fördert das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt im Bereich Kulturerbe unter anderem sammlungsbezogene Forschung an Museen und Hochschulen sowie exemplarisch die Digitalisierung von Kulturerbe.
In der ersten Verfahrensstufe sind dem DLR Projektträger bis spätestens 30. November 2025 zunächst begutachtungsfähige Projektskizzen in schriftlicher und/oder elektronischer Form über das Portal easy-Online vorzulegen.
Am 23. und 25. September 2025 gibt es dafür Beratungstermine.
Archiv der Kategorie: Allgemein
Neues Portal zu jüdischen Autorinnen und Autoren in Berlin 1933–1945
Am 7. Juli 2025 hat die Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder) das Portal „Digitales Archiv jüdischer Autorinnen und Autoren in Berlin 1933–1945 (DAjAB)“ eröffnet. Das Archiv erfasst in über 1.000 Bio-Bibliographien Schriftstellerinnen und Schriftsteller jüdischer Herkunft, die seit 1933 unter den besonderen Bedingungen antisemitischer Ausgrenzung und Verfolgung durch die nationalsozialistische Politik und Kulturpolitik in Berlin lebten und arbeiteten. Es stellt darüber hinaus seltene, nach 1945 nicht wieder aufgelegte, zeitgenössische Primärtexte sowie Originaldokumente, Fotos und Interviews für Forschung, Lehre und eine größere Öffentlichkeit bereit. Darüber hinaus befinden sich bereits mehr als 4.000 digitalisierte Werke aus den Jahren 1933 bis 1945 sowie Originaldokumente und Nachlassmaterialien, Fotografien und Interviews in dem Portal. Hinzu kommen mehr als 1.000 kulturelle Veranstaltungen, Aktivitäten von etwa 2.200 Organisationen sowie Informationen über nahezu 2.800 Orte jüdischen Lebens in Berlin und dem Berliner Umfeld. Link: https://dajab.de/
Radio drei hat ein Gespräch mit Kerstin Schoor geführt, der Initiatorin des Projekts:
70 Jahre Tierpark Berlin
Am 2. Juli 1955 öffnete der Tierpark in Berlin-Friedrichsfelde erstmals eine Tore. Nach der kriegsbedingten Teilung Berlins gab es in beiden Stadtteilen ein Ungleichgewicht an verschiedenen kulturellen Einrichtungen. Im Westteil der Stadt fehlten gewachsene Museumsstrukturen wie die Museumsinsel und im Ostteil gab es keinen Tierpark wie den Zoo in Charlottenburg. Da Zoologische Gärten schon immer beliebte Naherholungsziele waren, beschloss der Magistrat in Ost-Berlin am 27. August 1954 die Errichtung eines Tierparks in Friedrichsfelde. Er wurde als „Tierpark für den Sozialismus“ konzipiert und sollte sich durch eine größere Fläche und eine größere Artenvielfalt vom Zoologischen Garten abheben.
Das Bundesarchiv hat dazu eine Story online gestellt und das DDR-Museum einen Blog-Beitrag.
Das Archiv der Zoologischen Gärten Berlin ist das gemeinsame Archiv des Zoologischen Gartens Berlin AG (mit dem Aquarium Berlin) und der Tierpark Berlin-Friedrichsfelde GmbH und wurde erst 2015 gegründet.
Neue digiS-Übersichtsseite für Berliner OpenGLAM-Daten
Die Servicestelle Digitalisierung digiS vereinfacht mit einer Übersichtsseite das Auffinden von offenen Berliner Kulturdaten. Kulturgutdigitalisierung macht die Bestände von Museen, Bibliotheken, Archiven, Gedenkstätten und anderen Sammlungen überall, jederzeit, kostenfrei und für möglichst alle zugänglich. Die Kulturerbeeinrichtungen beschreiben mit ihrer umfassenden Fachexpertise die Objekte möglichst präzise, damit sie leichter gefunden und in ihrem Kontext besser verstanden werden. Doch der Nutzen dieser so entstehenden Metadaten geht weit über die verbesserte Auffindbarkeit hinaus. Um den Zugriff auf diese Daten zu vereinfachen und die Berliner Kulturerbedatenangebote sichbarer zu machen, stellt digiS ab jetzt offen lizenzierte Metadatenabzüge zur Verfügung, die verschiedene Berliner Kulturerbeeinrichtungen an die Deutsche Digitale Bibliothek, das zentrale Nachweisportal für Kulturerbe in Deutschland, geliefert haben. Diese Daten werden regelmäßig über die Schnittstelle auf der Übersichtseite mit aktuellen Daten angereichert und als ZIP-Dateien zum Download angeboten.
Podcast zur Geschichte des Landestanzsportverbandes Berlin e.V.
Zum 70jährigen Bestehen des Landestanzsportverbandes Berlin e.V. lädt der ehrenamtliche Archivbeauftragte Dirk Ullmann monatlich zur entspannten Plauderei rund um die Geschichte des hauptstädtischen Tanzsports und damit zum indirekten Blick ins Verbandsarchiv ein. Die Spannbreite seiner Gäste reicht von aktiven wie ehemaligen Tänzern über Tanzsportfunktionäre bis hin zu Persönlichkeiten der Berliner Sportmetropole. Ebenso kommt mit Dr. Jutta Braun eine Sporthistorikerin zu Wort, die als externe Expertin auf den Tanzsport blickt. Bislang sind vier Folgen mit Franz Allert (Ehrenpräsident des Berliner wie Deutschen Tanzsportverbandes), Annalena Franke u. Vinzent Gollmann (Tanzsportjugend), Thomas Härtel (Präsident des Landessportbundes) sowie Deutschlands bester Breakerin Jilou (zweifache WM-Dritte) online. Weitere schon aufgenommene Interviews (u. a. mit Formationsweltmeister Axel Zechlin oder Rock’n’Roll-Trainer Peter Herrmann) stehen in Kürze zur Verfügung. Alle Folgen werden über mehrere Streamingdienste bereitgestellt. Hier geht es zum Trailer: https://www.ltv-berlin.de/de/aktuell/news/beitrag/ankuendigung-jubilaeumspodcast.

Berliner Archivtag 2024: Die Vortragenden (3)
Karen Tieth und Stefan Geiser von der bpk Bildagentur stellen die Nutzung von KI im Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz vor.
Karen Tieth leitet die bpk-Bildagentur und verfügt über langjährige Erfahrung beim Vertrieb und der Vermarktung von Fotos. Zuletzt war sie wesentlich an der Erweiterung der bpk-Bildagentur zum zentralen öffentlich-rechtlichen Mediendienstleister deutscher Kultureinrichtungen beteiligt. Die neue Website bpk-fotoarchiv.de war im Mai 2024 online gegangen.
Stefan Geiser ist bei der bpk-Bildagentur zuständig für das Informations- und Datenmanagement und befasst sich dabei intensiv mit der Nutzung von KI.
Aufruf zu Sachspenden für ukrainische Archive
Bereits im 2022 – kurz nach dem Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine haben zahlreiche Archive in Deutschland ukrainische Kultureinrichtungen mit Sachspenden unterstützt. Die Spenden wurden vor allem zum Schutz des Kulturgutes und bei Evakuierungen eingesetzt. Jetzt ruft das Ukraine Art Aid Center (UAAC) erneut dazu auf, Sachspenden für ukrainische Archive, Bibliotheken und Museen zu sammeln. Die Koordination liegt beim UAAC, auch die Transporte werden von hier aus organisiert. Das UAAC arbeitet seit 2022 eng mit BKM und Auswärtigem Amt bei der Unterstützung ukrainischer Kultureinrichtungen zusammen, auch das Bundesarchiv kooperiert mit dem UAAC und unterstützt den beiliegenden Aufruf nachdrücklich. Für Spenden und Nachfragen kann man sich direkt an die im Aufruf genannten Kontaktpersonen wenden oder an Jens Niederhut vom Bundesarchiv.
Archiv der Jugendkulturen gewinnt einen Gutschein für Archivmaterial
Die Studie zur Lage der Berliner Archive mit SBZ/DDR-Beständen wurde bereits am 24. April 2024 in diesem Blog kurz vorgestellt. Im Rahmen der vom Berliner Beauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur (BAB) in Auftrag gegebenen und vom Historischen Forschungsinstitut Facts & Files durchgeführten Studie wurde unter den teilnehmenden Archiven ein Gutschein im Wert von 500 Euro für Archivmaterial der Firma BeskidPlus verlost. Gewonnen hat das Archiv der Jugendkulturen in Berlin-Kreuzberg. Der Gutschein wurde Archivleiter Daniel Schneider am 1. Juli 2024 von Jana Bertels vom BAB und Frank Drauschke von Facts & Files überreicht.
Nochmalige Ausstellung der Urschrift des Grundgesetzes
Vor 75 Jahren hat sich am 7. September der 1. Deutsche Bundestag konstituiert. Dieses Jubiläum bildet den thematischen Rahmen für den „Tag der Ein- und Ausblicke“ am 7. September. Das überwältigende Interesse an der Urschrift des Grundgesetzes beim Demokratiefest im Mai 2024 hat den Ausschlag dafür gegeben, an diesem Tag noch einmal die Urschrift des Grundgesetzes zu zeigen. Die vom Parlamentsarchiv betreute Ausstellung befindet sich im Marie-Elisabeth-Lüders Haus. Neben diesem Highlight gibt es viele weitere spannende Angebote mit Gesprächsformaten, Vorträgen zur Geschichte des Grundgesetzes, Filmvorführungen („Die Unbeugsamen“, Teile 1 und 2) sowie einer Lesung aus dem Buch „Der nächste Redner ist eine Dame“. Einen Überblick über das Programm am 7. September und das begleitende Bürgerfest vom 6. bis 8. September dieses Jahres findet sich auf der Webseite des Deutschen Bundestages.
Firmengeschichte während der NS-Zeit
Seit einigen Jahren untersuchen nicht nur öffentliche Einrichtungen, sondern auch Wirtschaftsunternehmen ihre Rolle während der Zeit des Nationalsozialismus. Einen Blick auf den aktuellen Stand wirft das RBB-Inforadio in seinem Beitrag v. 13.07.2024:
Im Fokus steht insbesondere die Berliner Stoffdruckerei, vormals Berliner Fahnenfabrik Geitel & Co., die in der NS-Zeit die Zwangskennzeichen der sogenannten „Judensterne“ produzierte.
