Alle Beiträge von Dirk Ullmann

Die LGV sucht eine neue Bleibe für Archiv und Bibliothek

Seit 1884 verbindet die „Landesgeschichtliche Vereinigung für die Mark Brandenburg“ Gesellschaft und Wissenschaft mit dem Ziel, die Geschichte der Metropolregion Berlin-Brandenburg zu erkunden, zu erforschen und zu vermitteln. Als gemeinnütziger Verein mit Sitz in der Bundeshauptstadt stehen seine Aktivitäten allen Interessierten offen – Mitgliedern wie Bürgerinnen und Bürgern gleichermaßen. Nun hat die Stiftung Zentral- und Landesbibliothek Berlin der Vereinigung zum 31. Dezember 2027 den seit 1954 bestehenden Mietvertrag gekündigt. Archiv, Bibliothek und Veranstaltungsort sind damit gefährdet. Gesucht werden neben einem Veranstaltungsraum geeignete Bibliotheks- und Archivmagazine mit ca. 350 m². Zum Sammlungsprofil zählen u. a. 150 Nachlässe bedeutender Forscherinnen und Forscher sowie eine wissenschaftliche Spezialbibliothek mit über 80.000 Nachweisen. Weitere Informationen zu dieser unerwarteten wie enormen Herausforderung sind hier hinterlegt.

Vom Ehrenamt im Sportarchiv

Seit 2012 betreue ich ehrenamtlich das Archiv des Berliner Landestanzsportverbandes. Nun hat unser Medienpartner SPORTFANAT einen Kurzfilm über meine Tätigkeit im Sportarchiv produziert. Herzlichen Dank an Johannes Heine! Ich wünsche viel Vergnügen!

„Das Gedächtnis des Sports stärken – den sporthistorischen Diskurs fördern“

Bericht über das 12. DAGS-Symposium vom 30. September bis 2. Oktober 2025 beim Landessportbund Berlin:
Die Gründung des Museums für Leibesübungen vor 100 Jahren war der Anlass für das 12. Symposium der Deutschen Arbeitsgemeinschaft von Sportmuseen, Sportarchiven und Sportsammlungen (DAGS) e.V.. Veranstalter waren neben der DAGS das Forum für Sportgeschichte – Förderverein für das Sportmuseum Berlin e.V. (FoS), der Landessportbund (LSB) Berlin sowie als Förderer die Stiftung Hollstein.

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Basketball feat. Tanzsport

Mit Spieler-Legende Henning Harnisch (heute ALBA-Vizepräsident) und Projektmitarbeiter Conrad Ziesch durfte Dirk Ullmann (ehrenamtlicher Archivar des Berliner Landestanzsportverbandes) am 20. Oktober 2025 in der Max-Schmeling-Halle zwei Protagonisten des “28.15 Basketball Museums” von ALBA BERLIN begrüßen. Der Blick ins Tanzsportarchiv sowie die anschließende Führung durch zwei Foto-Ausstellungen rundeten einen konstruktiven wie kurzweiligen Nachmittag ab. Dem ersten archivfachlichen Austausch sollen in absehbarer Zeit weitere Treffen folgen. Der ungewöhnliche, aber einprägsame Museumsname „28.15“ weist übrigens auf die international standardisierten Maße eines Basketballfeldes hin. Fans der Geschichte des ALBA BERLIN Basketballteams können sich im eigenen Instagram-Kanal über das laufende Museumsprojekt informieren.

Conrad Ziesch, Dirk Ullmann und Henning Harnisch (v. l.), Foto: Archiv des LTV Berlin

12. DAGS-Symposium vom 30.9. bis 2.10.2025 in Berlin: „Das Gedächtnis des Sports stärken – den sporthistorischen Diskurs fördern“

Vor 100 Jahren wurde in der damaligen Reichshauptstadt das „Museum für Leibesübungen zu Berlin“ gegründet. Die Initiatoren wiesen den materiellen Überlieferungen des Sports wie der Sport-Kunst erstmals Kulturgut-Charakter zu. Gleichzeitig erkannten sie Wissensvermittlung und Bildung über Sport bzw. Leibesübungen als wichtige Aufgaben. Das Symposium nähert sich der Frage, wie weit Deutschland heute bei der Bewahrung seiner Sportüberlieferung als Basis für die sporthistorische Forschung und als Voraussetzung für eine vielgestaltige wie attraktive Bildungsarbeit vorangekommen ist. Im Mittelpunkt steht die große Bandbreite sportbezogener Archive, Bibliotheken, Museen und Sammlungen mit all ihren Herausforderungen, flankiert von einem interdisziplinären Erfahrungsaustausch zum vielfältigen Spektrum der Vermittlungsarbeit.

Veranstalter des sporthistorischen Symposiums sind das Forum für Sportgeschichte – Fördererverein  für das Sportmuseum Berlin e.V. (FoS), die Deutsche Arbeitsgemeinschaft von Sportmuseen, Sportarchiven und Sportsammlungen e.V. (DAGS) sowie der Landessportbund Berlin (LSB).

Das Tagungsprogramm mit Anmeldeformular ist hier verfügbar.

Weitere Informationen gibt es ebenso auf der DAGS-Webseite: https://www.dags-ev.de.

Podcast zur Geschichte des Landestanzsportverbandes Berlin e.V.

Zum 70jährigen Bestehen des Landestanzsportverbandes Berlin e.V. lädt der ehrenamtliche Archivbeauftragte Dirk Ullmann monatlich zur entspannten Plauderei rund um die Geschichte des hauptstädtischen Tanzsports und damit zum indirekten Blick ins Verbandsarchiv ein. Die Spannbreite seiner Gäste reicht von aktiven wie ehemaligen Tänzern über Tanzsportfunktionäre bis hin zu Persönlichkeiten der Berliner Sportmetropole. Ebenso kommt mit Dr. Jutta Braun eine Sporthistorikerin zu Wort, die als externe Expertin auf den Tanzsport blickt. Bislang sind vier Folgen mit Franz Allert (Ehrenpräsident des Berliner wie Deutschen Tanzsportverbandes), Annalena Franke u. Vinzent Gollmann (Tanzsportjugend), Thomas Härtel (Präsident des Landessportbundes) sowie Deutschlands bester Breakerin Jilou (zweifache WM-Dritte) online. Weitere schon aufgenommene Interviews (u. a. mit Formationsweltmeister Axel Zechlin oder Rock’n’Roll-Trainer Peter Herrmann) stehen in Kürze zur Verfügung. Alle Folgen werden über mehrere Streamingdienste bereitgestellt. Hier geht es zum Trailer: https://www.ltv-berlin.de/de/aktuell/news/beitrag/ankuendigung-jubilaeumspodcast.

Neue Ausstellung des Archivs der Berliner Philharmonie

In Erinnerung an den kürzlich verstorbenen Seiji Ozawa (1.9.1935 – 6.2.2024) und seine 50jährige Verbundenheit mit der Berliner Philharmonie sind vom Archiv beeindruckende Exponate mit einem erläuternden Text von Dr. Nicole Restle zusammengestellt worden. Die kleine Ausstellung im Südfoyer des Scharoun-Baus kann vor Konzertbeginn oder während der Konzertpause besichtigt werden.

Der weltbekannte japanische Dirigent Seiji Ozawa gab nahezu zeitgleich mit Claudio Abbado sein Debüt bei den Berliner Philharmonikern. Beide waren Entdeckungen Herbert v. Karajans. Der als „Hunderttausend-Volt-Dirigent“ bekannte Ozawa wurde 2016 von den Berliner Philharmonikern anlässlich des 50jährigen Jubiläums ihrer Zusammenarbeit zum Ehrenmitglied ernannt.

Wer darüber hinaus mehr über das Archiv der Berliner Philharmoniker sowie deren langjährige ehrenamtliche Betreuerin Jutta March erfahren möchte, kann dies mit dem online verfügbaren Beitrag „Giftzwerge, bockspringende Philharmoniker und andere Schätze“ tun.

https://berliner-philharmoniker.de/stories/archiv-der-berliner-philharmoniker/

Zum Gedenken an Siegward Lönnendonker (18.4.1939 – 3.9.2022)

In der aktuellen Ausgabe der „Zeitschrift des Forschungsverbundes SED-Staat“ (50/2023, S. 149 – 151) erinnert Jochen Staadt an den im September 2022 verstorbenen Gründer des sogenannten APO-Archivs. Seit Mitte der 1960er Jahre sammelte Siegward Lönnendonker Flugblätter von den Mensa-Tischen der Freien Universität Berlin. Damit legte er den Grundstock eines Archivs an, das sich später zu einer historisch einzigartigen Überlieferung zur 68er Studentenbewegung resp. Außerparlamentarischen Opposition entwickelte. Heute bildet diese Sammlung ein eigenes Archiv im FU-Universitätsarchiv. Ein seinerzeitiger Nachruf der Archivleiterin Birgit Rehse ist hier erschienen: https://www.fu-berlin.de/sites/uniarchiv/fugeschichte/archivschaufenster/Loennendonker/index.html.

Gedenk-Website zum Sportfotografen Heinrich von der Becke (1913 – 1997)

Der Berliner Heinrich von der Becke (1913 – 1997) gilt unbestritten bis heute zu den profiliertesten Sportfotografen. Anlässlich seines 110. Geburtstages macht der in Halle (Westfalen) lebende Sohn Ludwig etwa 400 bedeutende Sportfotografien seines Vaters im Internet zugänglich (www.vonderbecke.de). Überdies sind lesenswerte Beiträge über Leben und Werk Heinrich von der Beckes (u. a. aus der Feder des renommierten Berliner Sporthistorikers Manfred Nippe) hinterlegt. Als akkreditierter Fotograf nahm er an 15 Olympischen Sommer- und Winterspielen sowie unzähligen weiteren herausragenden Sportveranstaltungen teil. Das fotografische Vermächtnis Heinrich von der Beckes setzt sich aus etwa 1,2 Millionen Negativen sowie ca. 65.000 s/w-Abzügen zusammen. Der Nachlass wird im Sportmuseum Berlin verwahrt. Eine Rezension hat Detlef Kuhlmann in der “DOSB-PRESSE. Der Artikel- und Informationsdienst des Deutschen Olympischen Sportbundes” Nr. 20 vom 16. Mai 2023 (S. 27f.) verfasst.

„Gläserne“ Tanzgeschichte nun digital

Durch eine Schenkung des Archivs des Dokumentationszentrums Flucht, Vertreibung, Versöhnung der gleichnamigen Bundestiftung kamen im August 2022 69 Glasplatten (überwiegend Glaspositive) mit einzigartigen tanzgeschichtlichen Motiven ins Archiv des Landestanzsportverbandes Berlin. Sie waren lange Jahre Bestandteil der Sammlung der Stiftung Deutschlandhaus, die sich bis 1999 am heutigen Standort des Dokumentationszentrums befand. Diese Glasplatten bildeten – gemäß der handschriftlichen Beschriftung auf dem ursprünglichen Karton – die illustrierte Grundlage eines Vortrages von Elsa Schwahn mit dem Titel „Der Tanz im Wandel der Zeiten“. Bislang ist über das Leben der Referentin wenig bekannt. Nachweisbar sind lediglich einige Beiträge in den Zeitschriften „Der Tanz“ bzw. „Die elegante Dame“ aus den 1930er Jahren. Zeitlich eingrenzen lässt sich die vorliegende Glasplatten-Sammlung gemäß Poststempel auf den 13. Oktober 1946. Deren ursprüngliche Provenienz scheint das Institut für wissenschaftliche Projektion in Berlin (Universitätsstraße 36) gewesen zu sein. Ein Archiv-Dienstleister aus dem Berliner Umland übernahm im September 2022 die fachgerechte Verpackung der 10 x 8,5 cm großen Glasplatten, während das Mannheimer Partner-Unternehmen den Bestand digitalisierte. Das Archiv des Dokumentationszentrums Flucht, Vertreibung, Versöhnung kann nun ebenso auf die Digitalisate zugreifen.