Der 2025 neu gegründete Arbeitskreis Mentoring im VdA hat ein Mentoring-Programm für VdA-Mitglieder entwickelt, bei dem erfahrene Personen weniger erfahrene Personen über einen festgelegten Zeitraum bei ihrer Archivtätigkeit begleiten, bei fachlichen Fragestellungen unterstützen und Einblicke in berufliche Zusammenhänge geben. Der Arbeitskreis Mentoring will diese Form der Unterstützung vor allem für Berufsneulinge anbieten. Insbesondere berufserfahrene VdA-Mitglieder werden gebeten, sich als potenzielle MentorInnen zu bewerben. Die Bewerbungsfrist läuft bis zum 31. Mai 2026. Im Sommer 2026 werden dann geeignete Paare zusammengestellt und im Herbst 2026 soll die Kommunikation über individuell vereinbarte Themen starten. Das Mentoring-Programm dauert ein Jahr. Weitere Informationen zum VdA-Mentoring-Programm und die Bewerbungsformulare gibt es hier: https://www.vda.archiv.net/arbeitskreise/arbeitskreis-mentoring/ueber-den-arbeitskreis.html.
Bei Fragen zum Mentoringprogramm kann man sich auch direkt an den Arbeitskreis wenden: akmentoring@vda.archiv.net.
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Das Digitale Archiv der Freien Darstellenden Künste ist online!
Das Digitale Archiv der Freien Darstellenden Künste ist seit dem 16. Januar 2026 online: performingarchive.org. Dort sollen Objekte und Dokumente zu künstlerischen Produktionen und Arbeitsprozessen von den Anfängen der Freien Szene bis in die Gegenwart versammelt werden. Der Sammlungsprozess ist eine Einladung zum Mitmachen, denn wer entsprechendes Material hat, kann dies in wenigen Schritten hochladen und dem Digitalen Archiv hinzufügen, es anschließend beschreiben und mit den Daten anderer Nutzender verknüpfen: Video-Mitschnitte und Aufführungsfotos ebenso wie Proben-Notizen, Konzepte und Administratives. Unterstützung gibt es mittels Handreichungen. Darin steht alles Wissenswerte zur Digitalisierung und Verwahrung von analogem Material, zu archivgerechter Verschlagwortung sowie zu Urheber- und Persönlichkeitsrechten. Die Handreichungen sind als PDFs unter performingarchive.org/de/tipps abrufbar. Und mit dem „6-Punkte-Plan für Eilige“ sind die ersten Archivierungsschritte schnell geschafft! Die Plattform ist eine Einladung, kollektiv Geschichte zu erforschen. In den kommenden Jahren soll auf diese Weise eine stetig wachsende Materialsammlung von den Anfängen der Freien Szene bis in die Gegenwart entstehen.
Erschließung des Leni-Riefenstahl-Archivs – erste Bilanz
Die Erschließung des Leni-Riefenstahl-Archivs kommt voran und erste Ergebnisse sind zugänglich!
Seit 2018 wird der Riefenstahl-Nachlass von mehreren Berliner Institutionen gemeinsam erschlossen. Inzwischen sind ein Überblick über den Bestand und erste Ergebnisse auf der Webseite Reclaiming Nuba Images (https://nuba-images.smb.museum) zugänglich, u. a. zu den mehr als 10.000 Fotografien, die Riefenstahl in den 1960er und 1970er Jahren von den Nuba im Sudan anfertigte.
Das bislang erschlossene schriftliche Archiv kann auf Kalliope recherchiert (https://t1p.de/rxpl7) und ausgewählte Objekte in den Digitalen Sammlungen (https://t1p.de/jaxna) angesehen werden.
Am 22. Mai 2026 öffnet dann im Museum für Fotografie die Ausstellung „Inside Archives“, die die Auseinandersetzung mit dem Nachlass von Leni Riefenstahl thematisiert. Die ausführliche Pressemitteilung: https://www.preussischer-kulturbesitz.de/pressemitteilung/artikel/2026/01/30/der-nachlass-von-leni-riefenstahl-eine-zwischenbilanz-der-erforschung-1.html
Das Archiv Schreibende ArbeiterInnen hat Berlin verlassen
Das Archiv Schreibende ArbeiterInnen wurde 1997 in Berlin eröffnet. Das Archiv bewahrt Texte und Materialien, die von Mitgliedern der Zirkel schreibender Arbeiter in der DDR verfasst wurden. Die ersten dieser Zirkel gründeten sich Anfang der 1960er Jahre in Volkseigenen Betrieben und Kulturhäusern. Dort schrieben Arbeiterinnen und Arbeiter unter professioneller Anleitung – unter anderem von Heiner Müller, Brigitte Reimann oder Christa Wolf – literarische Texte über ihren Alltag, die Arbeitswelt und gesellschaftliche Themen. Der Trägerverein SchreibArt hatte jedoch zuletzt Schwierigkeiten, das Archiv zu erhalten. Daher entschloss er sich, die Bestände an das Fritz-Hüser-Institut in Dortmund zu geben, das auf deutschsprachige Literatur der Arbeitswelt spezialisiert ist und damit ein ähnliches Sammelkonzept verfolgt.
Am 12. November 2025 wurde das Archiv Schreibende ArbeiterInnen im Industriesalon Schöneweide in Berlin von der langjährigen Vorsitzenden des Vereins SchreibArt Dolores Pieschke verabschiedet und zwei Tage später, am 14. November, im Literaturhaus Dortmund begrüßt: „Mit diesem Umzug wird ein wichtiges Stück Literaturgeschichte des Ostens und des Westens zusammengeführt. Das macht mich als Literaturwissenschaftlerin, aber auch als Privatperson sehr glücklich, denn so können wir hier mehr über die – und aus der – Literatur der DDR lernen und zusätzlich Dinge im Gesamtzusammenhang sehen und erforschen“, freute sich Iuditha Balint, Direktorin des Fritz-Hüser-Instituts.
Urkunden an Polen zurückgegeben
Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz hat kürzlich 73 mittelalterliche Urkunden des Deutschen Ordens, die bislang im Geheimen Staatsarchivs aufbewahrt wurden, an Polen zurückgegeben. Die Urkunden waren während der deutschen Besetzung Polens im Zweiten Weltkrieg aus dem Hauptarchiv Alter Akten in Warschau geraubt worden. Federführend dabei waren Königsberger Archivare, welche die Archivalien anschließend in den Urkundenbestand des Staatsarchivs Königsberg eingliederten.
Mit der Auslagerung des Staatsarchivs Königsberg 1944/45 gelangten die Urkunden zunächst in die Auslagerungsorte Grasleben bzw. Goslar, 1953 ins Archivlager Göttingen und 1979 schließlich ins Geheime Staatsarchiv.
Bedauerlich ist, dass die Rückgabe erst 80 Jahre nach Kriegsende erfolgte.
Botho Brachmann gestorben
Am 26. November 2025 ist Botho Brachmann im Alter von 95 Jahren verstorben. Er hat in Lehre und Forschung wesentlich zur Anerkennung der Archivwissenschaft als historisch orientierter Informationswissenschaft beigetragen.
Brachmann wurde 1971 zum Leiter des Bereichs Archivwissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin ernannt und dort 1976 zum außerordentlichen und 1987 schließlich zum ordentlichen Professor für Archivwissenschaft berufen und war so bis 1996 Inhaber des einzigen Lehrstuhls für diese Wissenschaftsdisziplin in Deutschland. In dieser Funktion, auf wissenschaftlichen Kongressen und in vielen Publikationen hat er wichtige Anstöße für die Entwicklung der Archivwissenschaft gegeben. Mit der Lehre, nahezu 500 Archivarinnen und Archivare haben bei ihm gehört, hat er zu einem hohen Niveau des archivarischen Berufsstandes in Deutschland beigetragen.
Demnächst wird ein ausführlicher und würdigender Nachruf erscheinen.
Workshop: Audiovisuelle Archive zwischen Recherche, KI und semantischer Exploration
DigiS bietet am 1. Dezember 2025 einen KI & Filmerbe Workshop an. In Kooperation mit Dominik Bönisch Alpári von der Hochschule Düsseldorf / MIREVI findet ein weiterer digiS-Machine-Learning-Montag statt (MLM II), nun mit Fokus auf einen spezifischen Fachbereich: Audiovisuelle Archive.
Audiovisuelle Archive stellen Forschende, Kurator:innen und Kulturinstitutionen vor besondere Herausforderungen: Wie lassen sich Bild-, Video- und Tonbestände erschließen, durchsuchen und interpretieren, wenn sie aus heterogenen Quellen stammen und in komplexen Kontexten entstanden sind? Der Workshop widmet sich aktuellen Ansätzen, mit denen audiovisuelle Sammlungen anders zugänglich und neu erfahrbar gemacht werden können – von semantischer Suche über Detektivarbeit im Stadtraum bis hin zur Nutzung generativer KI in der Archivexploration. Die Veranstaltung richtet sich an alle, die mit audiovisuellen oder multimedialen Sammlungen arbeiten. Im Mittelpunkt steht das Kennenlernen praktizierter Such-Methodiken sowie der Austausch über Werkzeuge für die Erschließung und Vermittlung audiovisueller Kulturdaten. Weitere Informationen: https://www.digis-berlin.de/veranstaltungen/workshops/#tab-tb_ec2a3b1-0
1. Dezember 2025, 10–12 Uhr, Online auf Zoom
Anmeldung (bis 27.11.):
https://terminplaner6.dfn.de/b/950670535e0dba1b7f2eadec7a115071-1481459
Fachforum zum Tanzerbe
Am 15. Januar 2026 findet von 14 bis 17 Uhr in der Akademie der Künste ein öffentliches Fachforum zum Tanzerbe statt.
Im Jahr 2023 hat der Verbund Deutscher Tanzarchive eine durch die Kulturstiftung der
Länder geförderte Studie zu den Strukturbedingungen und Arbeitsprozessen in
Tanzarchiven und Tanzsammlungen vorgelegt. Die Ergebnisse der Studie zeigen: Es
reicht nicht, die Situation einzelner Archive zu verbessern. Für die Resilienz der einzelnen
Institutionen und Einrichtungen sind der Aufbau und die nachhaltige Stärkung eines
Kompetenznetzwerks Tanz|Archiv dringend notwendig. Angesichts nationaler Krisen und
globaler Verwerfungen zeigt sich umso mehr, dass Archive das unverzichtbare Gedächtnis
der Gesellschaft sind und für künftige Generationen verlässlich und zugänglich bleiben
müssen. Im öffentlichen Fachforum sollen weitere Best-Practice Beispiele der Kompetenz-Netzwerk-Bildung sowie Fragen des aktiven Kulturgutschutzes für ein immaterielles Erbe Tanz diskutiert werden.
Die Anmeldung ist bereits möglich: n.fiedler@dachverband-tanz.de an.
Das ausführliche Programm gibt es ab Dezember unter: www.tanzarchive.de
15. Januar 2026, 14-17 Uhr
Akademie der Künste, Plenarsaal, Pariser Platz 4, 10117 Berlin
Berliner Archivtag 2025: Die Vortragenden (6)
Sven Kriese wird sich mit der Frage befassen, ob sich Archive unter den anstehen Herausforderungen noch Bestandserhaltung leisten sollten und können.
Sven Kriese ist seit 2024 Direktor des Landesarchivs Berlin. Zuvor arbeitete er seit 2004 am Geheimen Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz,wo er zuletzt die Abteilung „Zentrale Dienste“ leitete und Vertreter der Direktorin war. Seit Jahren befasst er sich neben anderen Themen intensiv mit Fragen der Bestandserhaltung und war in entsprechenden Germien aktiv.
Berliner Archivtag 2025: Die Vortragenden (5)
Dr. Gergor Patt wird für die Dikskussion über die Anforderungen an Aus-, Fort- und Weiterbildung einen Impuls setzen, in dem er zu mehr Aus- und Weiterbildung aufrufen wird.
Gregor Patt ist seit 2016 am Archivberatungs- und Fortbildungszentrums des Landeschaftsverbands Rheinland (LVR-AFZ) in Pulheim-Brauweiler. Seit 2019 leitet er dort das Team Archivberatung, Aus- und Fortbildung. Darüber hinaus beschäftigt er sich vor allem mit Problemen der Schriftgutverwaltung, der Präsentation von Erschließungsinformationen im Internet sowie mit rechtlichen Fragen.