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IASA-Tagung am 14. November 2020 als Online-Veranstaltung

Die diesjährige IASA-Tagung der Ländergruppe Deutschland/Schweiz e.  V. wird am 14. November 2020 online als “Zoom”-Veranstaltung stattfinden. Auf dem Programm stehen u. a. Beiträge über die Digitalisierung und Langzeitarchivierung audiovisueller Medien. Das Tagungsprogramm ist hier zu finden.
Die Teilnahme an der Tagung ist in diesem Jahr kostenlos. Die Tagung ist offen für alle, jedoch ist eine Anmeldung erforderlich. Den Zugangslink zu Tagung erhält man nach Anmeldung per E-Mail an: sekretariat@iasa-online.de.

Mutige Zeugen: Katholiken zwischen militärischer Pflichterfüllung und Widerstand

Foto: Doreen Bierdel/Katholische Soldatenseelsorge

„Selbst in der Masse muss der Christ auffallen, anstoßen, zum Skandal werden, denn gerade mit diesem skandalösen Schock beginnt das Apostolat.“ Ein Zitat von Abbé Franz Stock, einer von 21 Persönlichkeiten aus dem gerade erschienenen Buch „Mutige Zeugen“. Das Buch vereint die Porträts von historischen Charakteren, die mutig für ihre Überzeugung und für ihre Mitmenschen eingetreten sind. Über Befehl und Gehorsam stellten sie ihr Gewissen – ungeachtet persönlicher Nachteile bis hin zum Tod. Gemeinsam ist ihnen, dass sie katholische Christen waren und auf verschiedene Weise mit dem Militär zu tun hatten, sei es als Soldat, Militärseelsorger, Truppenbetreuerin oder Kriegsdienstverweigerer. Sie müssen nicht allesamt zu Heiligen, Märtyrern oder Widerstandskämpfern verklärt werden. Aber sie können mit gutem Recht als traditionswürdig gelten. Herausgegeben wurde das Buch von Markus Seemann, dem Leiter des Archivs des Katholischen Militärbischofs in Berlin. „Mutige Zeugen“ ist im Miles Verlag erschienen (ISBN 978-3967760057, 9,80 Euro).

ARD-Sender öffnen ihre Archive

Ab dem 27. Oktober 2020, dem UNESCO Welttag des Audiovisuellen Erbes, machen alle ARD-Landesrundfunkanstalten und das Deutsche Rundfunkarchiv historische Videobeiträge in der ARD Mediathek zeitlich unbegrenzt zugänglich. Nach und nach soll so ein audiovisuelles Archiv nach dem Vorbild des SWR entstehen, der bereits im Herbst 2019 mit „SWR Retro“ an den Start ging.
Die Nutzer der ARD Mediathek finden dann in den Kanälen der Landesrundfunkanstalten Beiträge aus der  ktuellen Berichterstattung aus der Zeit vor 1966. Regionales, Überregionales, Sport und so manche kuriose Meldung warten darauf, wiederentdeckt zu werden. Der Bestand erlaubt einen Blick in die Geschichte mit ihrem Zeitgeist, ihrer Sprache und ihren Themen, die erstaunlich oft auch heute noch aktuell sind. Die Videos sind zeitlich unbegrenzt verfügbar und lassen sich verlinken sowie in eigeneWebseiten einbinden.
Die Federführung für das gesamte Vorhaben in der ARD liegt beim Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb), dessen Intendantin Patricia Schlesinger dazu sagte: „Wir wissen von unseren Zuschauerinnen und Zuschauern und durch die Nutzung im Netz, wie groß das Interesse an historischen Aufnahmen ist. Diese – oft einzigartigen – Sendungen und Beiträge werden jetzt allen zugänglich. Das Programm ist von der Gemeinschaft finanziert, sie sollte es so weit wie möglich nutzen können. Aufzeichnungen der öffentlich-rechtlichen Sender sind ein wesentlicher Bestandteil des audiovisuellen Erbes in Deutschland, es ist richtig, sie auf diesem Weg bereitzustellen.“
Die ARD konzentriert sich zunächst auf nicht-fiktionale Videos bis 1966, da sich ab 1966 das Urheberrecht geändert hat, was die Rechteklärung für die Online-Stellung von Archivinhalten deutlich erschwert.
Zu den ab Ende Oktober wieder zugänglichen Sendungen zählen u. a. die Regionalmagazine und -nachrichten der Sender wie beispielsweise Abendschau und Berliner Fenster vom rbb.
Auch die Öffnung der Audioarchive ist geplant. Derzeit werden in den Archiven der ARD die entsprechenden Tondokumente für eine Bereitstellung in der ARD Audiothek vorbereitet.Ausgewählte Hörfunkbeiträge aus den Bereichen Wissen, Bildung und Kultur sollen auch unter einer Creative-Commons-Lizenz nutzbar sein.
Hier kommen Sie direkt zum Retro-Kanal in der Mediathek des RBB.

Konferenz Zugang gestalten! findet online statt

Die diesjährige Konferenz Zugang gestalten! – Mehr Verantwortung für das kulturelle Erbe wird online am 29. und 30. Oktober stattfinden. Insgesamt sind vier Themenblöcke mit folgenden Schwerpunkten geplant:
– Innovation in der Krise
– Urheberrecht in der Krise
– Gemeinfreiheit in der Krise und
– Datenschutz in der Krise.

Das vorläufige Programm mit derzeit 20 Vorträgen finden Sie hier.
Bereits jetzt kann man sich auf der Website Zugang gestalten! anmelden.

Landeskonzept für den Originalerhalt des schriftlichen Kulturguts in Berlin

Seit Jahresbeginn widmet sich das KBE im Rahmen eines von der Senatsverwaltung für Kultur und Europa geförderten zweijährigen Projekts der Erarbeitung eines Landeskonzeptes für den Originalerhalt des schriftlichen Kulturguts im Land Berlin.
Dieses bildet die strategische Planungsgrundlage für ein koordiniertes und effizientes Vorgehen bei den künftigen Bemühungen des Landes im Bereich der Bestandserhaltung. So soll sichergestellt werden, dass neben größeren auch kleinere Institutionen mit besonders schützenswerten und bedrohten Beständen bei der Ausschreibung und Ausreichung von Fördermitteln in den Fokus rücken. Weshalb es eines solchen Landeskonzeptes bedarf, erfahren Sie auf der Seite Landeskonzept? Landeskonzept!
Ausgangspunkt des künftigen Landeskonzeptes ist eine aktuelle und valide Übersicht, die Aufschluss über Art und Umfang der schützenswerten Bestände, den Grad der vorliegenden Schäden und Gefährdungen sowie die in den Einrichtungen vorhandenen Infrastrukturen, Ressourcen und fachlichen Kompetenzen im Hinblick auf die Bestandserhaltung gibt. Die entsprechenden Daten werden ab Mitte Oktober 2020 im Rahmen einer fundierten zweiteiligen Erhebung in zahlreichen Archiven, Bibliotheken und vergleichbaren Kulturgut bewahrenden Einrichtungen im Land Berlin erfasst – und Sie können uns dabei helfen!
Unterstützen Sie die Erarbeitung des Landeskonzeptes durch Ihre Teilnahme an der Datenerhebung und stellen Sie sicher, dass die künftigen Bemühungen des Landes im Bereich der Bestandserhaltung bedarfsgerecht gestaltet sind und auch die Bedürfnisse Ihrer Einrichtung in den Blick nehmen.
Wie Sie sich an der Erhebung beteiligen können und wie diese überhaupt aussieht, verrät Ihnen diese Seite. Ein Video dazu finden Sie hier.

Lisa Graf
Email: kbe@zlb.de, Tel: 030 90226 – 637 / 638

VdA bietet Online-Fortbildungsreihe an

Da die sonst vom VdA – Verband deutscher Archivarinnen und Archivare e. V. ausgerichteten Präsenz- bzw. Fortbildungsveranstaltungen wie u. a. Deutscher Archivtag, Landesarchivtage, Fachgruppen-Veranstaltungen) gegenwärtig nicht stattfinden können,  bietet der VdA nun auch Online-Fortbildungen an.  Nach den Veranstaltungen wird, wie von den Fortbildungen bei den Deutschen Archivtagen gewohnt, ein Zertifikat über die Teilnahme ausgestellt. Teilnehmen können auch Nichtmitglieder.
Vom 6. bis einschließlich 8. Oktober 2020 werden folgende Fortbildungen, jeweils mit einer Dauer von zwei Stunden, angeboten:

  • Online-Fortbildung 1: Mut zur Lücke! Impulse für die Fotobewertung
  • Online-Fortbildung 2: Vom handschriftlichen Matrikeleintrag des 15. Jahrhunderts zum digitalen Datenbankeintrag des 21. Jahrhunderts – Aufbau, Ausbau und Vernetzung von Online-Portalen an der Universität Rostock
  • Online-Fortbildung 3: Last und Luxus? Einblick in die Übernahme-, Bearbeitungs- und Benutzungsgrundsätze von Nachlässen
  • Online-Fortbildung 4: Fundament oder Fleißarbeit? Vorarchivische Schriftgutverwaltung
  • Online-Fortbildung 5: Kreativität und Spontanität – Wege zur besseren Präsenz des Archivs
  • Online-Fortbildung 6: Wie bringe ich mein Archiv ins Onlineportal?

Das ausführliche Programm, die Slots  sowie das Formular für die Buchung finden Sie auf der Website des VdA:  https://www.vda.archiv.net/online-fortbildungen/veranstaltungsangebot.html.

Vortragsreihe zur Treuhand gestartet

Die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur hat eine neue Vortragsreihe zur Treuhand gestartet. Der erste Vortrag am 6. Juli 2020 widmete sich konkret den Treuhandakten. Frau Dr. Maria von Loewenich vom Bundesarchiv berichtete unter dem Titel „Fakten, Fakten, Fakten? – Die Akten der Treuhandanstalt im Bundesarchiv“ u. a. über die Zugangsmöglichkeiten, Bewertungsfragen und die Struktur der Überlieferung. Einen Mitschnitt dieser Veranstaltung kann man hier ansehen.

Am 20. Juli 2020 sprach Rainer Karlsch vom Institut für Zeitgeschichte über das Versprechen des damaligen Bundeskanzlers Helmut Kohl am 10. Mai 1991 in Schkopau, die Werke des mitteldeutschen Chemiedreiecks zu erhalten und die Eierwürfe auf ihn Stunden später in Halle. Beide Ereignisse markierten die Spannweite zwischen Hoffnung und Enttäuschung in Ostdeutschland. Ein erster Schritt zur Restrukturierung der chemischen Industrie stellte der Leuna-Minol-Vertrag vom Januar 1992 dar. Es handelte sich um die größte Investition eines französischen Unternehmens in Ostdeutschland. Der Neubau der Raffinerie war höchst umstritten, wurde von einer Schmiergeldaffäre überschattet und von der Konkurrenz bekämpft. Ohne es offen zu sagen, betrieb die Treuhandanstalt in diesem Fall aktive Strukturpolitik. Inzwischen gehört der Chemiepark Leuna zu den modernsten Standorten in Europa.  Auch diesen Vortrag kann man sich hier ansehen.

Als nächster wird am 3. August 2020 Christian Rau vom Institut für Zeitgeschichte sprechen. Sein Vortrag trägt den Titel “Natürliche Gegner? Die Treuhand und die Gewerkschaften in der Geschichte des ostdeutschen Transformationsprozesses”.

Das Gesamtprogramm der Veranstaltungsreihe finden Sie hier, einen Livestream unter www.bundesstiftung-aufarbeitung.de/de/treuhand-live.

Matthias Buchholz

 

 

Rückblick: Der Tag der Archive im BBWA

Im Berlin-Brandenburgischen Wirtschaftsarchiv (BBWA) haben wir uns vor allem über die Kommunikation mit mehr als 50 Gästen gefreut, die sich unsere Ausstellung zum Thema „Veränderungen der Korrespondenz der Wirtschaft in einem Jahrhundert“ angesehen haben.
Die Kommunikationsgeschichte von 1900 bis 1965 haben wir am Beispiel der Schokoladenfabrik Theodor Hildebrand & Sohn aufgezeigt. Dazu wurden u. a. Berliner Adress- und Telefonbücher mit den Einträgen des Unternehmens sowie Briefköpfe mit Fabrikdarstellungen, Sammelbilder, ein Telegramm und den Namenszug „Hildebrand“ (Schriftmarke) in seinen verschiedenen Abwandlungen über die Jahrzehnte gezeigt.
Begeistert war das Publikum auch von der Briefkopfsammlung des Archivs, aus der die schönsten Beispiele zu sehen waren, und die bunte Vielfalt der Werbe- und Reklamemarken. Beides – Briefkopf/Logo und Reklame – sind wohlüberlegte Kommunikationsmittel des Unternehmens.
Ein Lieblingsthema waren die ausgestellten Wurfsendungen des Lieferunternehmens „Call a Pizza“, die das Publikum durch unterschiedliche Farbigkeit und Design überraschten. Die ältesten Exemplare, die sich in in der Werbemittelsammlung des Archivs befinden, stammen aus dem Jahr 1988. Am Anfang mussten die Wurfsendungen noch erklären, wie das so geht mit dem Pizza-Bestellen!
Die Verbindung zwischen den drei Archiven am Eichborndamm wurde mit den vom Wirtschaftsarchiv angebotenen Führungen über das Gelände der ehemaligen Deutschen Waffen- und Munitionsfabrik (DWM) sichtbar gemacht. Die Tour begann am Landesarchiv und hatte als weitere Stationen das BBWA und das Bundesarchiv (PA).
Weitere Informationen gibt es im Blog des BBWA: Archivspiegel.

Tania Estler-Ziegler

Rückblick: Der Tag der Archive im Stasi-Unterlagen-Archiv

Im Stasi-Unterlagen-Archiv stand der Tag unter der Überschrift “Überwachte Kommunikation”. Briefe abfangen, Telefonate abhören, Spitzel einsetzen: Die breite Überwachung von vor allem privater Kommunikation diente der DDR-Staatssicherheit als wichtige Informationsquelle. Auf Millionen Karteikarten speicherte die Stasi diese Informationen für einen schnellen Austausch im Apparat. Um mehr über Geschichte, Funktion und Nutzungsmöglichkeiten dieses Archivs zu erfahren, kamen mehrere hundert Interessierte am 7. und 8. März nach Berlin-Lichtenberg.
Viele nutzten viele die Gelegenheit auch zum Austausch mit Mitarbeitenden des Archivs. Bei Vorträgen ging es unter anderem um Recherchemöglichkeiten und Digitalisierung. Auch die manuelle Rekonstruktion von zerrissenen Unterlagen ließ sich besichtigen. Der Bundesbeauftragte Roland Jahn beantwortete Fragen zu Erkenntnissen aus den Akten, zur Zukunft des Stasi-Unterlagen-Archivs und der Entwicklung der ehemaligen Stasi-Zentrale zu einem Campus für Demokratie.
Neben den Führungen durch die Archivausstellung “Einblick ins Geheime” nutzten Besucherinnen und Besucher auch die Sammlung von Beispielakten, in denen sich komplette Vorgänge der Stasi nachlesen lassen.
Parallel hatte auch das Archiv der DDR-Opposition der Robert-Havemann-Gesellschaft sein Archiv geöffnet, das ebenfalls auf dem Campus angesiedelt ist – für viele eine spannende Ergänzung.

Rückblick: Der Tag der Archive im Archiv des Stadtgeschichtlichen Museums Spandau

In diesem Jahr öffnete das Archiv des Stadtgeschichtlichen Museums Spandau zum ersten Mal am Tag der Archive seine Türen für interessierte Besucherinnen und Besucher.
Im Lesesaal konnten ausgewählte Unterlagen aus den Beständen Bibliothek, Magistratsakten, Familiennachlässe, Fotosammlung, Plan- und Kartensammlung, sowie Zeitungssammlung eingesehen werden. Im Treppenhaus gab es diverse Fotos zu sehen, zu denen das Archiv kaum oder keine Informationen hatte. Besucherinnen und Besucher, die Hinweise zu diesen Abbildungen geben konnten, trugen diese in einen ausliegenden Ordner ein und lieferten damit mögliche Metadaten und Kontext für die Erschließung.
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