Das Archiv Schreibende ArbeiterInnen wurde 1997 in Berlin eröffnet. Das Archiv bewahrt Texte und Materialien, die von Mitgliedern der Zirkel schreibender Arbeiter in der DDR verfasst wurden. Die ersten dieser Zirkel gründeten sich Anfang der 1960er Jahre in Volkseigenen Betrieben und Kulturhäusern. Dort schrieben Arbeiterinnen und Arbeiter unter professioneller Anleitung – unter anderem von Heiner Müller, Brigitte Reimann oder Christa Wolf – literarische Texte über ihren Alltag, die Arbeitswelt und gesellschaftliche Themen. Der Trägerverein SchreibArt hatte jedoch zuletzt Schwierigkeiten, das Archiv zu erhalten. Daher entschloss er sich, die Bestände an das Fritz-Hüser-Institut in Dortmund zu geben, das auf deutschsprachige Literatur der Arbeitswelt spezialisiert ist und damit ein ähnliches Sammelkonzept verfolgt.
Am 12. November 2025 wurde das Archiv Schreibende ArbeiterInnen im Industriesalon Schöneweide in Berlin von der langjährigen Vorsitzenden des Vereins SchreibArt Dolores Pieschke verabschiedet und zwei Tage später, am 14. November, im Literaturhaus Dortmund begrüßt: „Mit diesem Umzug wird ein wichtiges Stück Literaturgeschichte des Ostens und des Westens zusammengeführt. Das macht mich als Literaturwissenschaftlerin, aber auch als Privatperson sehr glücklich, denn so können wir hier mehr über die – und aus der – Literatur der DDR lernen und zusätzlich Dinge im Gesamtzusammenhang sehen und erforschen“, freute sich Iuditha Balint, Direktorin des Fritz-Hüser-Instituts.