Alle Artikel von Yves A. Pillep

„Trapp, Trapp, Trapp…“ – Kloosterhuis verabschiedet sich

Am 1. August 2017 ist der langjährige Direktor des Geheimen Staatsarchivs PK Jürgen Kloosterhuis in den Ruhestand getreten. Er leitete das GStA seit 1996. Ihm folgt Ulrike Höroldt im Amt nach.

Kloosterhuis verabschiedet sich von Freunden, Kollegen und Mitstreitern in einem lesenswerten Brief mit viel Esprit, der mit einem Zitat aus dem Film „Waterloo“ von 1970 beginnt und in dem der Autor freimütig bekennt: „Auch ich…will nicht abdanken.“

Archiv der Robert-Havemann-Gesellschaft zieht um

Nachdem die Räumlichkeiten, die die Robert-Havemann-Gesellschaft mit ihrem „Archiv der DDR-Opposition“ in der Schliemannstraße nutzte, bereits seit langem zu klein geworden waren, wurde ein neues Domizil in der Ruschestraße 103 in Lichtenberg gefunden, wie der Tagesspiegel in seiner Online-Ausgabe vom 22.07.2017 berichtet.

Die neuen Räume sind Teil des ehemaligen Gebäudekomplexes des Ministeriums für Staatssicherheit. Aufgrund des Umzugs ist nach Mitteilung der Robert-Havemann-Gesellschaft die Archivbenutzung in den Monaten Juli und August nicht möglich.

Geschichte des Reichsarbeitsministeriums im Nationalsozialismus

Die zur Erforschung der Geschichte des Reichsarbeitsministeriums im Dritten Reich eingesetzte Historikerkommission übergab am 27. Juni 2017 im Rahmen eines Symposiums den ersten Band einer sechsteiligen Publikationsreihe an Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles.

„In den Blick genommen werden Organisation und Personal des Reichsarbeitsministeriums sowie die Handlungsfelder der Behörde im Bereich der Wohnungsbau- und Rentenversicherungspolitik, des Arbeitsrechts und der Arbeitsverwaltung. Zugleich wird die Rolle des Ministeriums im Rahmen der Kriegswirtschaft und in den besetzten Gebieten Europas zwischen 1939 und 1945 beleuchtet und auch die Nachgeschichte nach Kriegsende untersucht.“ (Quelle)

Die weiteren Bände sollen 2018 folgen. Über das Forschungsvorhaben informiert eine interaktive Dokumentation auf der Seite des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales.

Photoausstellung zum Tod von Benno Ohnesorg

50 Jahre nach dem gewaltsamen Tod von Benno Ohnesorg zeigt die Polizeihistorische Sammlung im Polizeipräsidium Berlin erstmals Photos und Filme, die im Zusammenhang mit dem Ereignis entstanden. Es handelt sich dabei um Aufnahmen von Polizeiphotographen, die der Öffentlichkeit bisher nicht zugänglich waren.

Die Ausstellung ist vom 01.06.-30.08.2017 in der Polizeihistorischen Sammlung im Polizeipräsidium Berlin, Platz der Luftbrücke 6, zu sehen. Weitere Informationen.

Die Leipziger Volkszeitung berichtet in ihre Online-Ausgabe v. 31.05.2017 über die Ausstellung

Zu zweit am Kreuzweg

So lautet der Titel einer Veranstaltung des Geheimen Staatsarchivs zum Evangelischen Kirchentag, die am 26.05.2017, um 13.00 Uhr im Schloss Köpenick stattfindet. Dabei werden der ehemalige Ratsvorsitzende der EKD, Nikolaus Schneider und der Direktor des GStA, Jürgen Kloosterhuis, die aktuelle Ausstellung „Kreuzwege. Die Hohenzollern und die Konfessionen 1517-1740“ besuchen und über zentrale Aspekte der Konfessionsgeschichte Brandenburg-Preußens diskutieren. Anmeldungen sind noch bis heute möglich. Weitere Infos.

Jüdischer Nachlass in Basdorf entdeckt

Das Archiv des Jüdischen Museums Berlin erhielt vor kurzem den Nachlass von Kurt Danielewicz (1893–1972), früherer Bezirksrat von Charlottenburg. Auf einem ehemaligen Kasernengelände bei Wandlitz wurden die Unterlagen, die nach Angaben der BZ v.28.02.2017 u.a. Personaldokumente, Briefe, Fotos und Ausweise der Familie enthielten, entdeckt. (Twittermeldung dazu)

Die Kaserne in Basdorf, die in der NS-Zeit entstand, wurde nach dem Zweiten Weltkrieg von der Bereitschaftspolizei genutzt, nach 1989 als brandenburgische Polizei-Fachhochschule. Nun soll hier eine Wohnsiedlung entstehen.

Pünktlich zum Lutherjahr: Bundesarchiv restauriert Lutherfilm von 1927

Auf eine Initiative des Berliner Dompredigers Bruno Doehring und des Evangelischen Bundes zurückgehend, war der 1927 entstandene Stummfilm „Luther“ (Buch und Regie: Hans Kyser, in der Hauptrolle: Eugen Klöpfer) bereits zu seiner Zeit heftig umstritten. Aufgrund seiner nationalkonservativen, v.a. aber seiner dezidiert antikatholischen Grundtendenz konnte der Film nur in gekürzter Fassung erscheinen und geriet mit dem Aufkommen des Tonfilms schließlich in Vergessenheit.

Nun hat das Bundesarchiv die Originalfassung rekonstruiert, die am 14.01.2017 in der Berliner Passionskirche zu sehen war. Weitere Aufführungstermine in Berlin sind der 25. März und der 25. Mai (hier freier Eintritt anlässlich des Kirchentags), jeweils in der Berliner Emmauskirche. Die musikalische Neubarbeitung, die live zu hören sein wird, stammt von Stephan von Bothmer.

Einen ausführlichen Beitrag hierzu brachte das Sonntagsblatt in seiner Online-Ausgabe v.17.01.2017.

Werbeprospekt, mit dem die „Zentralstelle für die Schaffung eines Lutherfilms e.V.“ um finanzielle Spenden bat.

 

Ehemaliger Fluchthelfer übergibt Vorlass an die Stiftung Aufarbeitung

Dr. Burkhart Veigel, der ca. 650 DDR-Bürgern zur Flucht in den Westen verhalf, übergibt seinen Vorlass an die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, wie die BZ v. 05.01.2017 berichtet. Bereits 2016 erhielt das Archiv der Stiftung  ca. 4 lfd. Meter Unterlagen aus dem privaten Vorlass Veigels, die bereits erschlossen sind und Einblick in seine Tätigkeit als Fluchthelfer und Autor gewähren. Zudem stiftet Veigel einen Freiheitspreis aus seinem Privatvermögen.

Höroldt neue Direktorin des GStA

Ulrike Höroldt, die bisherige Leiterin des Landesarchivs Sachsen-Anhalt, wird nach einstimmiger Entscheidung des Stiftungsrates neue Direktorin des Geheimen Staatsarchivs PK, wie einer Pressemitteilung der Stiftung zu entnehmen ist.  Sie übernimmt damit das Amt von Jürgen Kloosterhuis, der nach über 20jähriger Tätigkeit im Juli 2017 in den Ruhestand treten wird.

Neuerscheinung mit Aufsätzen von Lorenz Friedrich Beck

Seit einiger Zeit schon auf dem Buchmarkt erhältlich, soll an dieser Stelle dennoch auf die Sammlung von Aufsätzen des 2013 verstorbenen Direktors des Archivs der Max-Planck-Gesellschaft hingewiesen werden. Das von Peter Bahl herausgegebene Werk beinhaltet v.a. landesgeschichtliche Beiträge und Arbeiten zu Historischen Hilfswissenschaften, insbesondere der Aktenkunde. Holger Berwinkel stellt die Publikation ausführlich in seinem Blog „Aktenkunde“ vor.