Alle Artikel von Torsten Musial

Automatisierte Rekonstruktion von Stasi-Akten vorerst gestoppt

Der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen Roland Jahn hat das Pilotprojekt zur automatisierten Rekonstruktion von zerrissenen Stasi-Akten vorerst gestoppt.
Im Herbst 1989 hatten Mitarbeiter der Staatssicherheit begonnen, Akten zu vernichten. Weil die vorhandenen Feuchtschredder dafür nicht ausreichten, wurden viele Akten einfach zerrissen und in gut 16.000 Säcken gesammelt. Seit Jahren wird versucht, den Inhalt dieser Säcke wieder lesbar zu machen. Das Fraunhofer-Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik hat inzwischen eine Software entwickelt, die das Ganze virtuell erledigen könnte. Das Programm setzt vorab gescannte Papierfragmente automatisiert zu vollständigen Seiten zusammen und funktioniert seit vier Jahren einwandfrei. Doch nun stellte sich heraus, dass die derzeit exisitierenden Scanner die Millionen an Schnipseln nicht vollautomatisch verarbeiten können. Diese müssen daher per Hand eingelegt werden, was enorm personal- und kostenintensiv ist. Daher wurde das Projekt vorerst gestoppt, bis entsprechende Scanner auf dem Markt sind und mehr Geld bewilligt wird.
Zum Vergleich: Seit dem Start des Projektes 2007 ist der Inhalt von 23 Säcken virtuell rekonstruiert worden, das sind etwa 91.000 Seiten. Händisch dagegen wurden seit 1995 von Mitarbeitern der BStU 500 Säcke zusammengepuzzelt, etwa 1,6 Millionen Seiten. Diese Tätigkeit wurde inzwischen aber auch eingestellt.
Die DPA-Meldung wurde unter anderem vom Tagesspiegel und der Süddeutschen Zeitung veröffentlicht.

Kalender mit Plakatmotiven aus dem Archiv der Akademie der Künste erschienen

Rechtzeitig vor Weihnachten ist ein Kalender mit Plakatmotiven aus dem Archiv der Akademie der Künste erschienen und wird überall im Handel angeboten. Zwölf Motive aus der insgesamt über 50.000 Stücke umfassenden Plakatsammlung der Akademie der Künste bieten unterhaltsame Einblicke in die wunderbare, witzige und wirksame Welt der DDR-Werbegrafik der 1950er Jahre. Auf überraschende , originelle und effektive Weise wurde damals in der Planwirtschaft für eine doch sehr überschaubare Produktpalette geworben.

Reinhard-Lakomy-Archiv soll eingerichtet werden

Monika Ehrhardt-Lakomy, die Autorin und Witwe des 2013 verstorbenen Liedermachers Reinhard Lakomy, will für ihn ein Archiv einrichten. Grundlage des Traumzauberbaum-Archivs, das in ihrem Wohnhaus entstehen soll, bilden die hinterlassenen Partituren, Fotos, Briefe und verschiedenste Devotionalien. Ehrhardt-Lakomy sieht als Nutzer vor allem Musikstudenten, die dort auch übernachten könnten, und so dem Archiv den Charakter eines lebendigen Archivs geben sollen.
Das Künstlerpaar hat gemeinsam 350 Lieder vor allem für Kinder geschaffen. Zu ihren bekannten Werken zählt das Hörspiel „Traumzauberbaum“ (1980). Lakomy war einer der bekanntesten Komponisten in der DDR. Neben beliebten Kinderlieder schuf er über 200 Film- und Ballettmusiken, elektronische Musik und Rockballaden. Als Jazzer gehörte er zu den Mitbegründern des Günther-Fischer-Quartetts.
Die Märkische Oderzeitung und die Voksstimme berichteten darüber.

Website zum 9. TAG DER ARCHIVE online

Die Website zum 9. TAG DER ARCHIVE am 3. und 4. März 2018 ist nun vollständig online. Unter www.tagderarchive.de gibt es einen Pool mit Vorschlägen und Anregungen zu möglichen Themen und Veranstaltungsformaten für den bundesweit durchgeführten Tag.

Außerdem können diverse Plakat- und Flyervorlagen in verschiedenen Formaten heruntergeladen werden, um die eigene Veranstaltung zu bewerben. Natürlich gibt es auch eine Veranstaltungsübersicht, wo die eigene Veranstaltung und das Programm eingetragen werden können. Also mitmachen und unbedingt registrieren!

Berliner Archivtag – Panel: Quellen der Migration

Im zweiten Panel des Berliner Archivtags wird es um Quellen der Zuwanderung in Berlin gehen. Diese Quellen stellen bislang in keinem Berliner Archiv einen Sammlungsschwerpunkt dar. Stattdessen werden eher zufällig im Rahmen von Projekten Materialien eingeworben. Dabei ist die Geschichte Berlins ohne die zahlreichen Einwanderer nicht zu erzählen. Über die Jahrhunderte haben viele Migranten hier ihre Spuren hinterlassen. So kamen im 17. und 18. Jahrundert zunächst Hugenotten aus Frankreich und dann Böhmen. Im 19. und frühen 20. Jahrhundert ließen sich Schlesier, Masuren und Pommern hier nieder. Und seit den sechziger Jahren kamen Südeuropäer, Türken und Vietnamesen als Gastarbeiter in die Stadt. Doch will man etwas über ihre Geschichte  und ihren Alltag wissen, gibt es bislang in Berlin dafür keinen Ort. Berliner Archivtag – Panel: Quellen der Migration weiterlesen

Vorbereitung des Berliner Archivtags fast abgeschlossen

Die Vorbereitung des Berliner Archivtags am 15. November 2017 sind fast abgeschlossen. Die Gastgeberin Berlinische Galerie hat für die Konferenz ihr wunderschönes Auditorium als Tagungsraum hergerichtet und freut sich auf das Tagungspublikum. Und unsere Auszubildenden haben beim Packen der Tagungstaschen bereits tatkräftig geholfen. Das Vorstandsteam des Landesverbands Berlin im VdA wird aber auch in den nächsten Tagen noch manches zu tun haben, damit die Tagung reibungslos abläuft.

Das Bildarchiv des Berliner Fotografen Harald Hauswald wird digitalisiert

Das Bildarchiv des Berliner Fotografen Harald Hauswald wird in den kommenden zwei Jahren erschlossen und digitalisiert. Die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur finanziert das Projekt mit 200.000 Euro. Hauswalds Archiv umfaßt rund 230.000 Schwarz-Weiß- und Farbnegative, die der Fotograf in der DDR zwischen 1974 und 1990 aufgenommen hat. Die Fotos werden nach dem Abschluss der Digitalisierung von der Stiftung für nichtkommerzielle Zwecke kostenfrei zur Verfügung gestellt.
Harald Hauswald gehört zu den wichtigsten Fotografen der DDR. Er wurde vor allem mit einen seinen Aufnahmen des Ost-Berliner Alltags bekannt. Er zeigte Hinterhöfe und verfallende Fassaden, Trinker, Punks und Kellerbands. Seine Bilder vermitteln einen unverfälschten Eindruck von der DDR in den achtziger Jahren.  Er ist einer der Gründer der Bildagentur Ostkreuz und hat mehrere Bildbände veröffentlicht.

5. digiS-Jahreskonferenz am 1. Dezember 2017

Am 1. Dezember 2017 findet von 10 Uhr bis 17 Uhr im Zuse Institute Berlin die digiS-Jahreskonferenz statt. Auf der mittlerweile 5. Konferenz sollen die bundes- und europaweite kulturgutdigital-Landschaft im Hinblick auf ihren „Openess“-Charakter vergleichend betrachtet werden. Neben diesen aktuellen Aspekten soll auch auf fünf Jahre Förderprogramm zur Digitalisierung von Objekten des kulturellen Erbes Berlin zurückgeblickt werden.
Das Programm kann hier eingesehen werden. Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenfrei. Über diesen Link kann man sich für die digiS-Konferenz anmelden. Anmeldeschluss ist Freitag, der 24. November 2017.

Zuse Institute Berlin
Takustr. 7, 14195 Berlin
10 Uhr bis 17 Uhr

 

Film:ReStored_02 – 2. Ausgabe des Festivals für die Erhaltung des Filmerbes

Die zweite Ausgabe des Filmerbefestivals „Film:ReStored_02“ widmet sich von heute an bis zum Sonntag, den 29. Oktober 2017, im Filmhaus am Potsdamer Platz Fragen der Digitalisierung des Filmerbes. Im Fokus der Diskussionen stehen in diesem Jahr die Zusammenarbeit zwischen Rechteinhabern, Urhebern und Archiven.
Filmarchivare, Lizenzinhaber und Kreative wie Regisseure und Kameraleute berichten von aktuellen Digitalisierungsprojekten und den dabei auftauchenden Problemen wie beispielsweise der Entscheidung zwischen der Orientierung am Original oder einer kreativen Neubearbeitung. In Podiumsdiskussionen soll versucht werden, dafür gemeinsame Richtlinien zu finden. Im begleitenden Filmprogramm werden 13 digital restaurierte Filme gezeigt, überwiegend als Premiere.
Das Programm findet sich hier.
Weitere Informationen und Anmeldung unter filmrestored@deutsche-kinemathek.de.

Restplätze für die Fortbildung „Basiswissen Fundraising“ am 7. November 2017

Für die KBE-Fortbildung zum Thema „Basiswissen Fundraising“ am 7. November 2017 in der Zentral- und Landesbibliothek Berlin gibt es noch einige Restplätze. In der Veranstaltung geht  es zunächst unter anderem um folgende Fragen:
– Muss es immer Geld sein?
– Wer unterstützt meine Organisation und warum?
– Wie finde ich die Motivation für Spender und Spenderinnen heraus und wie gehe ich Fundraisingprojekte an?
In einer praktischen Übung wird danach eine Spendenkampagne geplant, mit Pressemitteilung, Auftaktveranstaltung, Werbeflyer, Social Media und Kostenplan.

Die Teilnahme ist kostenlos. Anmeldungen bitte an kbe@zlb.de.
7. November 2017, 9:00 – ca. 14:00 Uhr
Zentral- und Landesbibliothek Berlin
Breite Str. 30-36, 10178 Berlin